Interview
Falsche Bärte und historische Instrumente
- Jeder möchte ein Stück vom Kuchen: In der DDR wurde Bach ideologisch vereinnahmt. So wurde der Komponist als Rebell gegen Kirche und Obrigkeit darge-stellt, wofür es historisch jedoch kaum Anhaltspunkte gibt.
- Foto: epd-bild/Rolf Zöllner
- hochgeladen von Online-Redaktion
Feste und Festivals zu Ehren von Johann Sebastian Bach (1685–1750) unterschieden sich in Ost- und Westdeutschland stärker, als lange angenommen wurde. Jörg Hansen sieht in der DDR-Bachpflege weniger kulturelle Offenheit als einen politischen Führungsanspruch. Warum die Folgen daraus lange nachwirkten, erklärt der Direktor des Eisenacher Bachhauses im Gespräch mit Matthias Thüsing.
Die Sonderausstellung „Phänomen Bach“ im Bachhaus Eisenach befasst sich mit der Geschichte der Bachfeste. Was hat Sie am meisten überrascht?
Jörg Hansen: Die schiere Zahl. Ich hatte angenommen, es gebe einige große und daneben ein paar kleinere Bachfeste. Tatsächlich habe ich inzwischen 82 meist jährliche Bachfeste weltweit gezählt. Als Westdeutscher habe ich die DDR-Geschichte zudem deutlich harmloser erwartet.
Autor:Online-Redaktion |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.