Syrien-Geberkonferenze
Mehr Wiederaufbau

Bei der internationalen Syrien-Geberkonferenz vergangene Woche wurden 5,3 Milliarden Euro an Zuschüssen zugesagt. Deutschland stelle davon 1,74 Milliarden Euro bereit. Das Geld ist zur Unterstützung der Betroffenen des syrischen Bürgerkriegs im Land selbst und in den Nachbarländern gedacht. Laut Außenminister Heiko Maas (SPD) handele es sich um die größte Zusage Deutschlands der vergangenen vier Jahre. Er dankte den Aufnahmeländern in der Region, forderte aber zugleich die Aufrechterhaltung des grenzüberschreitenden Zugangs für Hilfe. Das Leben von fast drei Millionen Menschen in Nordwestsyrien hänge davon ab. Mit Blick auf längerfristige Perspektiven sagte Maas, ohne einen substanziellen politischen Prozess werde es keinen Wiederaufbau geben.
Unterdessen beklagte Jordanien, dass UN-Organisationen und die Aufnahmeländer zu wenig Unterstützung erhielten. Daneben müssten die Finanzhilfen die gewandelte Lage der Flüchtlinge besser berücksichtigen, sagte Außenminister Ayman al-Safadi. «Nothilfe ist nicht länger die Hauptpriorität.» Rund die Hälfte der 1,3 Millionen Syrer in Jordanien seien unter 18 Jahre alt, sie bräuchten vor allem Schulen und Arbeitsmarktvorbereitung.
Der Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, Peter Maurer, forderte eine andere Syrien-Politik des Westens. Insgesamt lebten heute fast 90 Prozent der syrischen Bevölkerung in Armut, sagte er der Wochenzeitung «Die Zeit» nach einer Syrien-Reise. Es sollte deshalb nicht nur humanitäre Hilfe geleistet, sondern auch Wiederaufbau finanziert werden. Aber «ohne Frieden will man im Westen keinen Wiederaufbau finanzieren», sagte Maurer mit Blick auf die Sanktionen des Westens gegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad. So müsse das Rote Kreuz Wasser teuer in Tanklastwagen verteilen, da das Reparieren von Wasserleitungen politisch umstritten sei. «Die internationale Gemeinschaft kann jetzt zusehen, wie die syrische Bevölkerung jeden Tag kränker wird – oder sie versucht, die Krankenhäuser wieder in Gang zu bringen», sagte er.

(epd)

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Online-Redaktion

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