Blickwechsel
Gedenktag für verfolgte Christen
- Zehntausende Christen wurden 2023 vertrieben – über 5000 ermordet. Die Gewalt gegen Gläubige steigt an – das zeigt der Weltverfolgungsindex von "Open Doors".
- Foto: Kirche in Not/NCJP
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Stephanus ist im Neuen Testament ein Diakon der Jerusalemer Urgemeinde. Er gilt als erster Märtyrer des Christentums.
Von Florian Ripka
Er ist aufgrund seines Wirkens (Apg 6 und 7) nach einer Verhandlung vor dem Hohen Rat gesteinigt worden. Der Stephanustag am 26. Dezember ist in der katholischen Kirche seit 2012 ein Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen.
Christenverfolgung findet statt – und sie nimmt zu. Leider bleibt dies oft unbemerkt von der Öffentlichkeit. Manchmal bringt es Christen aber bereits in Gefahr, wenn wir über ihr Leid berichten. Auch Verfolger lesen Internetartikel und kontrollieren Radio- und Fernsehbeiträge. Die katholische Hilfsorganisation „Kirche in Not“ hat im November die Neuauflage des Berichts „Verfolgt und vergessen?“ herausgebracht. Darin sind Schicksale verfolgter Christen in 18 Ländern dokumentiert.
Horrormeldungen aus Afrika
Zahlreiche afrikanische Staaten, besonders in der Sahelzone, sind zum Epizentrum islamistischer Gewalt geworden. Diese Gewalt hat vorrangig politische und ökonomische Ursachen. Sie trifft nicht nur Christen. Aber es gibt auch eine religiöse Komponente, oft in zunehmendem Maße. Aus Burkina Faso oder Mosambik haben uns in diesem Jahr fast wöchentlich Meldungen von Massakern, Entführungen und Repressalien gegen Christen erreicht.
Christen werden verstärkt als „Staatsfeinde“ ins Visier genommen. Autoritäre Regime, zum Beispiel in China, Eritrea und im Iran, verschärften die repressiven Maßnahmen gegen Christen. Besonders schlimm ist die Lage auch in Nicaragua, wo das Ortega-Regime Bischöfe, Priester und Ordensleute ausweist, Ordensgemeinschaften verbietet und die kirchliche Arbeit behindert.
In anderen Staaten setzen staatliche und nichtstaatliche Akteure Gesetze zunehmend als Waffe ein, um Christen und andere Minderheiten zu unterdrücken. Wie „Verfolgt und vergessen?“ dokumentiert, wurden zum Beispiel in Indien im Berichtszeitraum mehr als 850 Christen inhaftiert.
In Staaten wie Pakistan oder Nigeria sind Entführungen, Zwangsverheiratungen und -konversionen christlicher Mädchen immer noch ein schwerwiegendes Problem. Das Leid dieser jungen Frauen schreit zum Himmel. In vielen Staaten werden Medien und Schulbücher eingesetzt, um ein negatives Bild der Christen zu zeichnen.
Für Syrien beten
Wir müssen hinschauen und uns informieren. Nur dann können wir verfolgten Christen effektiv helfen. Vor allem aber sind wir aufgefordert, für sie zu beten. Darum bitten unsere Projektpartner immer wieder. Gebet vermag vielleicht nicht sofort die Situation verändern, in der sich unsere bedrängten Brüder und Schwestern befinden. Aber Gebet verändert Herzen – vielleicht sogar bei den Verfolgern.
Besonders sollten wir die Christen in Syrien in unsere Gebete miteinschließen. Nach der Regierungsübernahme islamistischer Gruppen ist es dort gottlob bislang zu keinen Repressalien gekommen. Doch die Zukunft bleibt ungewiss, und die Erfahrung zeigt: Die Religionsfreiheit steht auf wackligen Füßen. Sollte sie fallen, steht einmal mehr das Überleben der Christen in Syrien auf dem Spiel.
Der Autor ist Geschäftsführer von "Kirche in Not" Deutschland.
Autor:Online-Redaktion |
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