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Kirche St. Georgen zu Zabeltitz
Besonderes Gotteshaus in Sachsen

Kirche St. Georgen zu Zabeltitz | Foto: Jörg Blobelt, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=125131715
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  • Kirche St. Georgen zu Zabeltitz
  • Foto: Jörg Blobelt, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=125131715
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Kirchenbauwerke gehören zu vielen Ortschaften. Sie sind bekannt als Wahrzeichen, Ortsmittelpunkt oder Orientierungsmarke. Die Gotteshäuser haben architektonisch, kunsthistorisch und regionalgeschichtlich vielfältige Bedeutung. Diesmal geht es um das besondere Gotteshaus in Zabeltitz, einem Ortsteil von Großenhain in Sachsen.

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Georgen steht im Straßendorf Zabeltitz, einem Ortsteil der Großen Kreisstadt Großenhain an der Nordgrenze des Landkreises Meißen im Freistaat Sachsen. Sie wurde von 1580 bis 1581 im spätgotischen Stil erbaut und nach dem heiligen Georg benannt.

Sie ist das Gotteshaus der Kirchgemeinde Zabeltitz und das älteste erhaltene Gebäude des Ortes. Es ist zu finden in Zabeltitz nordöstlich des Palais sowie westlich des Barockgartens.

Architektur
Die Kirche besteht aus einem fast viereckigen Langhaus, einem viereckigen Chor an der Ostseite und einem Turm an der Westseite. Die Sakristei befindet sich in einem Anbau an der Nordostecke zwischen Langhaus und Schiff, die ehemals herrschaftliche Betstube in der östlichen Hälfte des südlichen Seitenschiffs.

Das Langhaus ist geteilt in ein Hauptschiff und zwei Seitenschiffe. Auf den zwei Schlusssteinen im Gewölbe des Chores befinden sich die Wappen der Erbauerfamilien Pflugk und Schönberg.

Der Kirchturm führt etwas unter der Firsthöhe des Langhauses von einem fast quadratischen Viereck in ein Achteck über. Darüber wird der Turm mit einer Haube und Laterne abgeschlossen.

Geschichte
1412 wurde in einer Urkunde berichtet, dass Ritter Heinrich von Herstein mit seiner Gemahlin einer Kirche zu Zabeltitz einen Altar schenkt. Erst 1495 wurde jedoch eine hölzerne Kirche urkundlich erwähnt.

1580 gab Nickel Pflugk den Bau der heutigen, nach dem heiligen Georg benannten Kirche in Auftrag. 1581 wurde sie – aufgrund Nickels Tod am 4. Oktober 1580 – von seiner Frau Elisabeth, geborene von Schönberg, fertiggestellt und geweiht. 1585 entstanden die beiden Schlusssteine über dem Altar mit den Wappen der Familien Pflugk und Schönberg.

Die Kirche ist heute das älteste erhalten gebliebene Bauwerk in Zabeltitz – sie hat alle Kriege und den Großbrand von 1808 nahezu unbeschadet überstanden. Die Erbauer der Kirche, Nickel und Elisabeth Pflugk, wurden zusammen mit weiteren sechs Angehörigen in der Kirche beigesetzt.

Auch der für die Zabeltitzer Geschichte bedeutsame August Christoph Reichsgraf von Wackerbarth wurde 1734 in der Dorfkirche bestattet, jedoch ohne Grabmal. Die Gruft ist heute nicht mehr zugänglich.

Der Kirchturm wurde 1735 von Grund auf erneuert, um rund zwei Meter erhöht und in die heutige Form gebracht. 1839 gab es eine umfangreiche Kirchenrestaurierung, bei der das Epitaph Nickel Pflugks von der Nordwand abgebaut und an die Ostwand als Altar gesetzt wurde. Zum Reformationstag 1839 wurde die restaurierte Dorfkirche von Pfarrer Breyer eingeweiht.

Altäre, Taufstein, Kanzel
Altar von 1520
Der Georgsaltar, der bis 1580 in der alten Kirche stand, befindet sich heute in der Kirche zu Görzig. Er entstand vermutlich um 1520. Als 1837 eine Scheidewand im Osten des Chores der Görziger Kirche eingebaut wurde, wurden die Reste des Altars dort eingefügt.

Der Schrein links zeigt den heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen sowie den heiligen Christophorus und den heiligen Rochus. Die Flügel rechts daneben zeigen eine Heilige, deren Name nicht bekannt ist, und den heiligen Sebastian. Bei diesem Umbau wurde eine Reliquie des heiligen Georgs im Altar entdeckt.

Altar von 1580
Der 1580 entstandene Holzaltar ist 110 Zentimeter breit und 350 Zentimeter hoch. Er zeigt in der Mitte de gekreuzigten Jesus, links neben ihm die Schlange, Moses und einen Priester, rechts die Opferung Isaaks. Im linken Flügel ist die Geburt Jesu zu sehen, im rechten seine Auferstehung. Die geschlossenen Flügel zeigen links Christus mit einem Lamm und rechts einen Apostel mit einem Buch.

Im oberen Aufsatz sind 12 Apostel und Paulus oder 13 Apostel sowie Maria zu sehen. Links und rechts davon befinden sich Kinderengel mit den Familienwappen der Erbauer. Das Bild ganz oben zeigt die Dreieinigkeit und wird seitlich von Kinderengeln umringt. Bis 1839 befand er sich in der Kirche zu Zabeltitz. Danach kam er als Hausaltar in das Zabeltitzer Palais und steht seit 1954 in der Johanneskirche zu Hoyerswerda.

Altar von 1839
Das Grabmal der Erbauer dient seit 1839 als Altar. Es wurde von Christoph Walther II. geschaffen, ist etwa 270 Zentimeter breit und aus Sandstein gefertigt. Die Predella zeigt die Einsetzung des Heiligen Abendmahls. Links und rechts von ihr wurden Tafeln aufgestellt, die an die Erbauer erinnern.

Über der Predella befindet sich ein Kruzifix, neben dem links Nickel Pflugk mit seinem Sohn Caspar und rechts Elisabeth Pflugk mit Anna Pflugk, der Frau Caspar Pflugks, knien. Hinter ihnen stehen Johannes der Täufer und zwei Bibelsprüche. Seitlich befinden sich je zwei Säulen, die mit mehreren Familienwappen verziert wurden. Darüber ist die Auferstehung Jesu zu sehen, die auch von zwei Säulen umfasst wird. Ganz oben ist wieder die Dreifaltigkeit Gottes zu sehen.

Neben dem Altar stehen die Grabplatten der Erbauer der Kirche.

Taufstein
Der Taufstein der Kirche wurde 1582 von Christoph Walther II. geschaffen. Er ist 109 Zentimeter hoch und hat einen 76 Zentimeter breiten, sechseckigen Aufbau mit senkrechten Wandungen auf einem rechteckigen Fuß. Auf den Seiten sind zierliche Renaissance-Ornamente zu finden, auf einer Seite hat sich Christoph Walter II. mit seinem Meisterzeichen C.W. verewigt.

Der sechseckige Aufbau wird von Tafeln umgeben, von denen jede zweite mit einem Bibelspruch versehen ist. 1736 erhielt der Taufstein ein Taufbecken aus Zinn. Nachdem dieses 1923 gestohlen wurde, wurde es ersetzt.

Kanzel
Die aus Holz geschnitzte Kanzel zeigt unten Mose als Vertreter des Alten Bundes, der in der linken Hand die Gesetzestafeln mit den Geboten hält. Darauf befinden sich jedoch elf statt zehn Gebote. Für das elfte Zeichen, das vermutlich einmalig ist, gibt es keine eindeutige Erklärung.

Über dem Unterbau sind die vier Evangelisten als Vertreter des Neuen Bundes mit ihren dazugehörigen Symbolen zu sehen. 1839 wurde der Schalldeckel über der Kanzel ersatzlos entfernt.

Orgel
Die Kirche erhielt 1693 und 1743 eine neue Orgel. Die heutige Orgel schuf 1898 die Firma Kreutzbach aus Borna. In den 1990er Jahren wurde sie generalüberholt.

Geläut
Historische Glocken
1522 erhielt die alte Holzkirche eine neue große Glocke. Sie wurde in den Turm der neuen Kirche gehängt. Sie hatte einen unteren Durchmesser von 97 Zentimeter und war 77 Zentimeter hoch. Auf ihr stand der Spruch „Sit nomen Domini benedictvm ex hoc nvnc et vs 1522“.

1792 kamen eine mittlere und eine kleine Glocke dazu. Die mittlere Glocke hatte einen unteren Durchmesser von 73 Zentimeter und war 56 Zentimeter hoch. Auf ihr stand der Spruch „Anno 1792 goss mich August Sigismund Weinholdt in Dresden“. Die kleine Glocke hatte einen unteren Durchmesser von 56 Zentimeter und war 46 Zentimeter hoch. Sie hatte keine Inschrift.

Am 17. Juni 1917 läuteten sie zum letzten Mal. Danach mussten die große und mittlere Glocke, die aus Bronze waren, als sogenannte Metallspende für den Ersten Weltkriegs abgegeben werden und wurden für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Die große Glocke musste zum Abtransport auf dem Turm zerschlagen werden.

Nach Kriegsende wurden die Bruchstücke der großen Glocke und die mittlere Glocke auf dem Verladeplatz des Großenhainer Bahnhofs gefunden. Über ihren Verbleib gibt es jedoch keine Überlieferungen. Die kleine Glocke wurde verkauft, als die Kirche das jetzige Geläut erhielt.

Neue Glocken
Das jetzige Geläut, eine Arbeit des Bochumer Gußstahlvereins, umfasst drei Glocken mit den Tönen E, G und H. Sie haben ein Gewicht von 1.165,5 Kilogramm, 682,5 Kilogramm und 442 Kilogramm und untere Durchmesser von 138,7 Zentimeter, 117,0 Zentimeter und 96,0 Zentimeter. Sie wurden am 12. Januar 1922 mit der Bahn zum Zabeltitzer Bahnhof angeliefert und dann mit Pferdegespannen zur Kirche transportiert.

Die Kosten der Glocken beliefen sich auf 24.475 Mark. Am 22. Januar 1922 fand die feierliche Glockenweihe statt.

Gedenken
Außerhalb der Kirche steht das Kriegerdenkmal des Ersten Weltkriegs, im Turmraum das des Zweiten Weltkriegs. Die Kirche wird von einigen Familien- und Pfarrergräbern umringt.

An der Außen-Südwand des Chores stehen vier stark verwitterte Epitaphen, eins davon für Martin Bucher, der zwischen 1644 und 1690 in Zabeltitz als Pfarrer wirkte. Das gesamte Grundstück wird von einer Mauer eingefriedet.

Gegenwart
Gottesdienste finden unregelmäßig statt – meist einmal monatlich von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Großenhainer Land.

Koordinaten: 51° 21′ 13,9″ N, 13° 29′ 50,3″ O

https://de.wikipedia.org/wiki/St._Georgen_(Zabeltitz); dort auch Verzeichnis der Autoren

Kirche St. Georgen zu Zabeltitz | Foto: Jörg Blobelt, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=125131715
Rückansicht | Foto: Engel99, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=98501478
Altar und Taufstein | Foto: Jörg Blobelt, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20070504315DR_Zabeltitz_(Gro%C3%9Fenhain)_Georgenkirche_Altar.jpg
Chorgewölbe mit Wappen der Familien Pflugk und Schönberg | Foto: Herbert Kaufmann, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=102598512
Kanzel | Foto: Herbert Kaufmann, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=102598413
Orgel | Foto: Herbert Kaufmann, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=102598913
Autor:

Holger Zürch

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