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Achtsam – bis zur Mittellinie
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Samstag, 10.30 Uhr: Anpfiff auf einem Fußballplatz irgendwo in Thüringen. Die Regeln sind bekannt – dem einen mehr, der anderen weniger. Fest steht: Ein Spiel dauert 90 Minuten, und das Runde muss ins Eckige.
Von Beatrix Heinrichs
Soweit, so klar. Doch es gibt Partien, da ist am Spielfeldrand mehr los als auf dem Platz – leider.
Als Mutter zweier fußballbegeisterter Jungs kenne ich beides: den Stolz von Team und jubelnden Eltern, wenn der Ball um Haaresbreite noch ins Tor geht – und das Gegenteil. Nämlich den Impuls, wenn eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters die eigene Mannschaft vermeintlich den Sieg kostet. Aber dann: Bewahre Gott! Der Ton hinter der Bande kann echt schnell kippen. Plötzlich rufen Mütter Flüche über den Platz, und Väter brüllen einen Teenager an, weil er den Einwurf verpatzt – wenn es schlecht läuft, ist es nicht einmal der eigene Sohn. Schlimm genug.
Was es nicht besser macht: Wohl kaum eine Elterngeneration vor uns hat Erziehungsratgebern so viel Beachtung geschenkt wie wir. Da stehen Erwachsene, die ihren Kindern zu Hause bestimmt Achtsamkeit predigen, die Empathie und Respekt einfordern – und samstags all das am Vereinstor abzugeben scheinen.
Liebe Eltern, entspannt euch! Wenn das schwerfällt, heftet euch ein Bibelwort aus dem Buch der Prediger an die Sporttasche: Zum Laufen hilft nicht schnell sein, zum Kampf hilft nicht stark sein, sondern alles liegt an Zeit und Glück.
Autor:Beatrix Heinrichs |
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