Mauerbau vor 64 Jahren
Voigt: Errungenschaften der Freiheit verteidigen
- Gedenkstätte Berliner Mauer auf dem ehemaligen Grenzverlauf zwischen der DDR und Westberlin
- Foto: epd-bild/Christian Ditsch
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Erfurt (epd/kna). Anlässlich des 64. Jahrestages des Mauerbaus am Mittwoch hat Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) dazu aufgerufen, die Errungenschaften der Freiheit und eines geeinten Deutschlands entschlossen zu verteidigen. Der 13. August 1961 sei ein Tag gewesen, der die Welt verändert habe, sagte der Regierungschef. Auch die Opfer der SED-Diktatur dürften nicht vergessen werden.
Voigt betonte, es sei notwendig, klar zu benennen, dass die SED-Diktatur ein Unrechtsstaat gewesen sei. „Nichts rechtfertigt, dass der Staat den Bürgern die Freiheit nimmt, nichts rechtfertigt das Töten an Zäunen. Freiheit ist nicht verhandelbar.“ Der Mauerfall am 9. November 1989 sei deshalb ein Sieg der Bürgerinnen und Bürger der DDR über ihren Staat gewesen. Er habe bewiesen, dass der Wunsch nach Freiheit stärker sei als jedes diktatorische Regime.
Die Erinnerung an die DDR-Geschichte und den Mauerbau müssten indes stärker auch bei der jüngeren Generation wachgehalten werden. Aus Sicht der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sollte das Thema in den Schulen fest im Lehrplan verankert sein. "Der Mauerbau war die Konkurserklärung der kommunistischen Diktatur und verwandelte die DDR endgültig in ein Gefängnis", sagte Stiftungsdirektorin Anna Kaminsky am Mittwoch in Berlin. "Es gehört zu den zentralen Aufgaben der Schulen, jungen Menschen ein historisches Verständnis für diesen tiefen Einschnitt in der deutschen Geschichte zu vermitteln."
Man begrüße daher alle Initiativen, die darauf abzielten, die Geschichte der kommunistischen Herrschaft in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR sowie deren Folgen vertiefend und prüfungsrelevant im Unterricht zu verankern, so Kaminsky. Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 schloss das SED-Regime das letzte Schlupfloch, über das die Bevölkerung der DDR in den Westen fliehen konnte.
In Thüringen wird in mehreren Veranstaltungen an die Abriegelung der DDR-Grenzen vor 64 Jahren erinnert. So wird etwa der Chef der Staatskanzlei, Stefan Gruhner (CDU), an der Kranzniederlegung zum Gedenken an die Opfer des Mauerbaus in der ehemaligen Haftanstalt der Staatssicherheit in der Erfurter Andreasstraße teilnehmen.
Hintergrund
Am 13. August 1961 hatte die DDR die Grenze zu West-Berlin abgeriegelt und die Berliner Mauer errichtet. In den folgenden 28 Jahren bis zum Fall der Mauer 1989 starben mindestens 140 Menschen nach Fluchtversuchen oder bei anderen Zwischenfällen an den Sperranlagen. Die Grenzanlagen rund um den Westteil der Stadt waren 155 Kilometer lang.
Autor:Online-Redaktion |
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