Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Mehrweg und Mehrwert in Wittenberg

G+H Nr. 29 vom 19. Juli 2020

Oft fallen die Begebenheiten am Rande eines Termins unter den Tisch. Dabei bilden Sie die atmosphärische Fassung eines Gesprächs. Davon soll heute die Rede sein.

Termin zum Sommerinterview mit dem Sachsen-Anhaltischen Ministerpräsident Reiner Haseloff. Wir haben uns für 10 Uhr im Innenhof des Wittenberger Lutherhauses verabredet. Pünktlich trifft der Ministerpräsident ein. Er hätte auch in Hausschuhen kommen können, da er gleich um die Ecke wohnt. Schnurstracks steuert er auf seinen Lieblingsplatz zu, eine Bank unter einer Linde. Den Baum haben er und seine Frau 2007 gestiftet. An dem Platz stand einst eine kleine Kapelle, die gehörte zu einem Kloster, erklärt Haseloff. Die alte Linde fiel 2006 Kyrill zum Opfer. Der Sturm hat den „Marienbaum“ umgeknickt. Er stürzte auf die Skulptur der Katharina von Bora. Unter dem alten Lindenbaum, wird Haseloff persönlich, habe er sich einst mit Gabriele getroffen und ihr seine Liebe gestanden. Das Glück hält seit dem an. Ein Stück vom Holz des alten Baumes ziert noch heute sein Büro, sagt er.

Apropos von Bora: Im gleichnamigen Restaurant hat die Familie Haseloff einen Stammtisch, an den wir uns zum Gespräch setzen. Das Restaurant wird extra für uns zwei Stunden geöffnet. Wegen Corona haben sich die Öffnungszeiten reduziert. Die Freundlichkeit der Bedienung erreicht uns, trotz Mundschutz. Man kennt sich. „Möchten Sie wieder Ihre Lieblingslimonade?“ „Ja, bitte! Diesmal Grapefruit.“ Dazu gibt’s noch einen Eisbecher mit Erdbeeren, Vanilleeis und Sahne. Am Ende reicht die Zeit nicht mehr, die Limonade auszutrinken. Da es sich um eine Pfandflasche handelt, meint Haseloff: „Dann lasse ich sie da. Sonst fehlt die Flasche im Kasten“. Die Kellnerin antwortet, er könne die Flasche ruhig mitnehmen. Ja, aber dann werde er sie gleich morgen Vormittag vorbeibringen. „Wann machen Sie auf?“ „Um 11 Uhr“, bekommt er zur Antwort. „Erinnern Sie mich morgen bitte daran“, lässt Haseloff seinen Referenten wissen.

Viel Aufwand für 15 Cent Flaschenpfand, finden Sie? Mir fällt da der Vers aus dem Lukas-Evangelium (Vers 19) ein: „Ei, du frommer Knecht, dieweil du bist im Geringsten treu gewesen, sollst du Macht haben über zehn Städte.“ (Übersetzung nach Luther, natürlich).

Apropos Mehrwert ...

Unsere Themen:

  • Der katholischer Lutheraner: Sachsen- Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff ist in Wittenberg fest verwurzelt. Willi Wild hat ihn im Innenhof des Lutherhauses getroffen. 
  • Die Glaubensformel: Theologe und Altbischof Christoph Kähler geht in seinem Kommentar der Frage nach, wie lutherisch die EKM tatsächlich ist. 
  • Das hohe C: 75 Jahre nach ihrer Gründung muss sich die CDU zunehmend rechtfertigen. 

Abenteuer in der Nachbarschaft:

  • Mikroabenteuer: Oft braucht es gar nicht viel. Bleibende Eindrücke müssen nicht zwingend mit großen Anstrengungen verbunden sein. Das hat die Corona-Krise gezeigt. 
  • Engel on Tour: Der Künstler Jens- Christian Wittig reist mit seinem Schutzengel durch Thüringen. Er will in Zeiten von Corona Hoffnung machen und zeigen, dass wir behütet sind. 
  • Unter Pinguinen: Während die Nordhalbkugel den Sommer genießt, ist am Südpol Winter mit dunklen Polarnächten. Die Forscher der Neumayer-Station trotzen der Isolation im Eis. Ihr Respekt vor der Natur ist groß.

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Leserreisen: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Autor:

Willi Wild aus Weimar

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