Assisi im Jubiläumsjahr
Begegnung mit dem "Superheiligen"
- Basilika San Francesco
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Franz von Assisi: In diesem Jahr wird in seiner Geburtsstadt sein 800. Todestag begangen. Der Möch steht für radikale Armut und tiefen Glauben.
Von Sabine Kleyboldt
Assisi. Erstmals werden im 800. Todesjahr des Heiligen Franz von Assisi (1182–1226) seine Reliquien einer großen Öffentlichkeit in seiner mittelitalienischen Geburtsstadt Assisi gezeigt, und das für einen ganzen Monat. Bis zum 22. März sind Menschen aus aller Welt eingeladen, an der Zurschaustellung der von Alter und Feuchtigkeit porösen und geschwärzten Knochen des "Superstars" unter den Heiligen teilzunehmen. Mehr als 300 000 haben schon Karten bestellt.
"Wir wollen mit der Aktion nicht irgendeine Sensationslust befriedigen, sondern ein spirituell-theologisch fundiertes Angebot machen", stellt Bruder Thomas Freidel klar, seit fast 40 Jahren Mitglied der Franziskaner-Minoriten und Mitorganisator der Aktion. Auch Papst Leo XIV. hat sein Kommen angekündigt. Weitere Höhepunkte finden um den Gedenktag des Heiligen am 4. Oktober statt.
Schon in normalen Jahren kommen etwa fünf Millionen Besucher an den Ort, wo der radikale Botschafter von Demut, Armut und Liebe wirkte. Viele dieser Gäste wissen jedoch nur wenig über den Heiligen, erzählt Pilgerseelsorger Thomas Freidel: "Die Leute erahnen in Franziskus eine Art Sehnsuchtsgestalt, die die Dinge verkörpert, die eigentlich jedem Menschen im Leben wichtig sein sollten: die Verbindung mit Gott, der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, der Blick auf die Schöpfung und die Versöhnung zwischen den Religionen."
Die Basilika bietet viele Gelegenheiten, Franziskus zu begegnen. In der Unterkirche ist sein Originalgewand. An vielen Stellen ist der graue Habit geflickt und schadhaft. Auch ein Brief des Heiligen, der sein Leben als reicher Kaufmannssohn für ein Dasein in absoluter Armut aufgab, sowie seine handgeschriebene Ordensregel sind noch heute in Assisi zu sehen.
In der Krypta darunter steht der Altar, auf dem der Sarkophag mit der Aufschrift San Francesco ruht. 1230, vier Jahre nach Franziskus’ Tod, wurde sein Leichnam von der Basilika Santa Chiara in diese Unterkirche gebracht und 3,50 Meter tief in Erdreich und Felsen eingelassen, zugemauert und fast vergessen – für knapp 600 Jahre.
1818 erteilte Papst Pius VII. den Franziskanern die Erlaubnis, nach dem Grab von Franziskus zu forschen. Man entdeckte es, untersuchte die Knochen auf Echtheit und umbaute alles mit einer neuen Krypta unter der Unterkirche. Bei einer weiteren Öffnung 1978 fanden erneut eingehende wissenschaftliche Untersuchungen statt.
Aber Angst vor dem Tod wollen die Franziskaner nicht schüren, im Gegenteil: Franziskus hatte mit dem Sonnengesang auch dem Tod eine positive Konnotation gegeben. "Er hat ,Sorella Morte‘, Schwester Tod, willkommen geheißen als Wegweiser zum ewigen Leben." Diesen tröstlichen Gedanken, so wünscht es sich Bruder Thomas, sollten die Besucher aus Assisi wieder mit nach Hause tragen.
(kna)
Assisi im Jubiläumsjahr
Leserreise mit Begegnungen
20. bis 25. Juni 2026
t1p.de/LR-Assisi
Autor:Online-Redaktion |

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