Jüdischer Landesverband in Sachsen-Anhalt
Teil der Gesellschaft

Die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska, in der Neuen Magdeburger Synagoge. | Foto: Thomas Nawrath
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Jüdinnen und Juden sind Teil der Gesellschaft. Doch zahlreiche antisemitische Vorfälle haben auch in Sachsen-Anhalt Ängste und Sorgen geschürt. Der Landesverband Jüdischer Gemeinden will das nicht hinnehmen.

Von Thomas Nawrath

Magdeburg. Die rund 1.300 Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt verstehen sich als Teil der Gesellschaft und wollen sich wieder stärker in der Öffentlichkeit zeigen. Die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Magdeburg, nach dem terroristischen Überfall der Hamas auf Israel vor zwei Jahren und den zunehmenden antisemitischen Vorfällen in Berlin, Frankfurt und auch in Sachsen-Anhalt hätten Ängste um sich gegriffen. Es sei Sorge aufgekommen, dass sich Geschichte wiederhole.

Es sei daher gut, dass die Gemeinden „ein starkes Netzwerk von Freunden und Unterstützern“ hätten, sagte Myslitska, die selbst in einer jüdischen Gemeinde im Norden der Ukraine aufgewachsen ist und seit Mitte der 1990er Jahre in Magdeburg lebt. „Diesen Rückhalt haben wir nicht nur beim Förderverein für den Aufbau unserer neuen Synagogen in Magdeburg und in Dessau gespürt, auch bei Politikern“, ergänzte die Verbandsvorsitzende.

Die Neue Magdeburger Synagoge wurde nach nicht einmal zweijähriger Bauzeit am 8. Dezember 2023 feierlich eröffnet. Etwa ein Vierteljahrhundert hat der Förderverein in Magdeburg dafür Gelder gesammelt, Lobbyarbeit betrieben und mit der jüdischen Gemeinde zusammen die Umsetzung realisiert. | Foto: Thomas Nawrath
  • Die Neue Magdeburger Synagoge wurde nach nicht einmal zweijähriger Bauzeit am 8. Dezember 2023 feierlich eröffnet. Etwa ein Vierteljahrhundert hat der Förderverein in Magdeburg dafür Gelder gesammelt, Lobbyarbeit betrieben und mit der jüdischen Gemeinde zusammen die Umsetzung realisiert.
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Neuer Staatsvertrag

Gerade Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) habe sie seit Jahren unterstützt. Die gute Basis habe die Verhandlungen um die Verlängerung des Staatsvertrages von 2006 begünstigt, sodass kurz vor dem Jahreswechsel ein neuer Vertrag geschlossen werden konnte, der auch finanziell weiterhelfe.

„Die Türen unserer Synagogen sind für alle Freunde und Interessenten geöffnet“, unterstrich die Vorsitzende. Es gebe großes Interesse an Begegnungen, jüdischer Kultur und Führungen. Allein in Magdeburg kamen in den vergangenen beiden Jahren fast 5.000 Besucherinnen und Besucher in die Synagoge, ähnliches Interesse gab es demnach auch in Halle (Saale) und Dessau-Roßlau. In diesem Jahr werde die Bildungsarbeit verstärkt. Es würden ganzjährig Kulturveranstaltungen durchgeführt und auch die noch junge Städtepartnerschaft von Magdeburg mit Kiryat Motzkin in Israel belebt, sagte Myslitska.

Jüdisches Sachsen-Anhalt

„Wir wollen nicht nur zwei, drei Wochen im Jahr jüdische Kultur zeigen und dann schweigen“, sagte die Vorsitzende des Landesverbandes. Stattdessen sollen ganzjährig Konzerte, Ausstellungen und Vorträge stattfinden. Der Auftakt zum Projekt „Jüdisches Leben“ soll im März in der Staatskanzlei erfolgen.

Auch in Schulen von kleineren Städten wie Halberstadt und Köthen sei man gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung aktiv. Und nicht zuletzt gibt es auch das Museum für jüdische Geschichte in Halberstadt und das Museum Synagoge Gröbzig (Landkreis Anhalt-Bitterfeld), die für Informationen und Begegnungen bestens geeignet sind. „Wir müssen uns um unsere Zukunft kümmern, damit das jüdische Leben im Land weitergeht“, betonte Myslitska.

epd


Jüdische Geschichte und jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt: https://lv-sachsen-anhalt.de/juedisches-sachsen-anhalt/

Die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska, in der Neuen Magdeburger Synagoge. | Foto: Thomas Nawrath
Die Neue Magdeburger Synagoge wurde nach nicht einmal zweijähriger Bauzeit am 8. Dezember 2023 feierlich eröffnet. Etwa ein Vierteljahrhundert hat der Förderverein in Magdeburg dafür Gelder gesammelt, Lobbyarbeit betrieben und mit der jüdischen Gemeinde zusammen die Umsetzung realisiert. | Foto: Thomas Nawrath
Autor:

Thomas Nawrath

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