Familie
Kinderhospiz-Dienste: Familien zeitweise völlig isoliert

Hand- und Fußabdrücke von Kindern mit deren Namen und dem Datum ihrer Aufnahme im Kinderhospiz Balthasar in Olpe (Nordrhein-Westfalen).
  • Hand- und Fußabdrücke von Kindern mit deren Namen und dem Datum ihrer Aufnahme im Kinderhospiz Balthasar in Olpe (Nordrhein-Westfalen).
  • Foto: epd-bild / Friedrich Stark
  • hochgeladen von Katja Schmidtke

Die Deutschen Kinderhospiz Dienste unterstützen Familien von unheilbar kranken Kindern und Jugendlichen künftig auch online. Dies sei nötig, um die Familien auch in Lebenssituationen zu erreichen, in denen sie zeitweise völlig isoliert seien, sagte Projektleiter Thorsten Haase. «Sie gehen nicht aus dem Haus und lassen auch niemanden zu sich herein.»

Die Familien träfen diese Maßnahme aus Vorsicht, um sich nicht mit einem Krankheitserreger zu infizieren, erklärte Haase. Dies hätten sie während der Corona-Pandemie in hohem Ausmaß getan, es komme aber auch während einer gewöhnlichen Grippewelle vor. «Eine Infektion ist für die Kinder und Jugendlichen oft extrem gefährlich», betonte er. Die Kinder seien bereits schwer krank und hätten oft ein sehr schwaches Immunsystem.

Mit dem neuen Angebot will der Dienstleister ambulanter Kinderhospizarbeit die Familien alternativ online informieren, beraten und begleiten. Dafür sei am Standort in Dortmund ein neues Sendestudio eingerichtet worden, über das Familien wie bei einer Videokonferenz digital zusammengeschaltet werden könnten, erklärte der Projektleiter.

Langfristig wollen die Kinderhospiz Dienste das bislang auf Dortmund und Bochum begrenzte Projekt ausweiten. So könne auch dem bundesweiten Mangel an ambulanten Kinderhospizdiensten entgegengewirkt werden, sagte Haase. Bundesweit würden nur sieben Prozent der betroffenen Familien von ambulanten Hospizdiensten begleitet, mehr als 93 Prozent seien unversorgt.

Die Umsetzung des Projekts, das im Juli mit der technischen Vorbereitung startete, berge sicherlich auch Schwierigkeiten, räumte der 59-Jährige ein. «Unsere Familien kennen bislang nur den direkten Kontakt, wir müssen sicherlich Hürden überwinden.» Eine Aufgabe sei es, die Medienkompetenz von Eltern und Kindern zu stärken. Auch müsse beachtet werden, dass gerade kranke Kinder mit kognitiven Einschränkungen online besondere Unterstützung benötigten, sagte Haase. «Ein Jugendlicher, der kognitiv auf dem Stand eines Vierjährigen ist, ist online schwieriger zu erreichen.»

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Katja Schmidtke

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