PredigtWarum teilen richtig ist
- hochgeladen von Mirjam Petermann
Es war niemand unter ihnen, der Mangel hatte … und man gab jedem Menschen, was er benötigte. Apostelgeschichte 4, Verse 34a und 35b
Pfingsten ist vorbei und zugleich der schöne Osterfestkreis mit viel Ermutigung, Auferweckung und Hoffnungserblühen. Die langen Wochen bis zum Ende des Kirchenjahres wenden sich der Alltagstauglichkeit des nachösterlichen Glaubens zu.
Von Geertje Perlberg
Gleich zu Beginn geht es ans „Eingemachte“. Ein hehrer Aufschlag der ersten Gemeinden:
Die Gütergemeinschaft klingt nach Kommunismus, sagen die einen. Das ist doch ungerecht, sagen die anderen. Wirklich alles miteinander zu teilen; sogar Haus und Acker zu verkaufen für die Gemeinschaft ist wohl für die meisten von uns unvorstellbar. Heute sind gerade die verschiedenen Auffassungen von Gerechtigkeit und Verteilung dessen, was da ist, ein großer Streitpunkt. Im eigenen Alltag ist es nicht so schwierig, auf politischer und gesellschaftlicher Ebene wird gestritten und gekämpft.
Sich drum streiten, wie etwas verteilt wird, ist gut. Eine Neiddebatte dagegen ist nur anstrengend und verliert den solidarischen Blick aus den Augen. Wer braucht was? Wer hat Mangel an Lebensnotwendigem? Wer kann helfen und ja: auch teilen, damit es allen grundsätzlich gut genug geht? Das hat mit Liebe zu tun, mit meinem Menschenbild, dem biblischen Blick und meinem christlichen Glauben. Kann es uns als Gesellschaft recht sein, wenn sich immer mehr Menschen abgehängt fühlen; wenn Menschen mit Behinderungen keine Hilfe und Unterstützung bekommen? Kann es uns vor Gott recht sein, wenn Kinder ohne Frühstück zur Schule gehen müssen oder das Notwendige für den Alltag nicht haben?
Die gute Nachricht ist: auch in der Apostelgeschichte gab es Reichere und Ärmere. Mutiger als wir waren sie wohl, aber es ging nicht um gleichen Reichtum für alle, sondern darum, dass niemand Mangel leide am Nötigsten. Da ist also noch viel Luft nach oben.
Die Autorin ist Pfarrerin in Dessau.
Autor:Online-Redaktion |
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