Predigttext zum Sonntag
Klarheit in der Nachfolge

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Er aber sprach zu ihm:
Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!
Lukas 9, Vers 60

Es gibt Texte in der Bibel, die sind recht ernüchternd. Sie erscheinen zunächst wenig einladend, ja sogar abweisend. Etwas, was sich mit unserem Bild von Jesus nur schwer vereinbaren lässt. Er, der sich über jeden freut, der zu ihm kommt, stellt in den Versen, die der Predigttext am Sonntag Okuli sind, ziemlich deutliche Forderungen, ja beinahe unerfüllbare Bedingungen für die Nachfolge.

Kein Zuhause, nicht mal eine Grube wie die Füchse. Kein Abschied, kein Blick zurück. All das steht der Nachfolge im Wege. Wer Jesus folgt, soll sich frei machen von allem, was da war.
Meine Augen sehen … So heißt der Sonntag Okuli übersetzt. Doch was sehen wir eigentlich, wenn wir nur zurückschauen wollen? Was sehen wir, wenn wir unsere Augen nur auf Sicherheit, auf Besitz und unser Haus und Hof richten? Bleiben wir dann nicht Gefangene all dieser Dinge?

Was Jesus hier fordert, klingt zunächst unerfüllbar, fordert von uns aber nichts als Klarheit. Etwas, was die moderne Psychologie ebenfalls erkannt hat. Wer in seinem Leben Veränderung sucht, wer etwas Neues beginnen will, der muss frei und ungebunden sein. Der muss sich lösen von dem, was ist und war. Nicht leugnen, woher wir kommen, aber eben nicht mehr daran festhalten. Unsere Vergangenheit, unsere Strukturen und unser Besitz können wie ein Band sein, das uns festhält, das uns zurückhalten will.
 
Wenn wir es schaffen, dieses Band zu zertrennen und unsere Vergangenheit zum Startblock wird, von dem aus wir in die Zukunft starten, dann sind wir in der Lage, uns auf das Abenteuer des Glaubens einzulassen.
Also nicht woher wir kommen, sondern wohin wir wollen und worauf wir schauen bestimmt die Richtung und Zukunft unseres Lebens. Das klingt banal, ist aber dennoch eine Grundsatzentscheidung. Und genau die wird durch Jesu Forderung recht deutlich: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Jesus nachzufolgen ist eine grundsätzliche Entscheidung in meinem Leben. Aber eine mit einer wunderbaren Verheißung, wie sie im Wochenpsalm steht: Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude.

Ronald Höpner, Pfarrer der Land-gemeinde Quellendorf
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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