Halt das mal, bitte!
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Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Galater 6, Vers 2
Nun dann mal los! Trag mal schön mit an der Last deiner Mitmenschen. Deines Partners, deiner Partnerin, deiner Kinder und Enkel, deiner Eltern, deiner Freundinnen und Freunde, deiner Nachbarn und deiner Kolleginnen, sowie deiner Glaubensgeschwister. Ja, trag mal mit.
Von Christoph Backhaus
Ich vermute, wenn du genau das tust, hast du bestimmt gut zu tun und vor allem gut zu tragen, denn ich gehe davon aus, dass jede und jeder so seine Lasten zu tragen hat. Klar, der eine mehr, die andere weniger, mal sichtbar, mal mehr im Verborgenen. Und das alles sollst du tragen? Ich merke gleich ein Überforderungsgefühl in mir aufsteigen. Wie soll das gehen? Gar nicht! Wenn ich zumindest weiter darüber nachdenke und ehrlich bin. Ich kann das nicht, die Last aller mitzutragen, und ich will das auch gar nicht, weil ich dann daran zugrunde gehen würde.
Ich bin Notfallseelsorger. Und als solcher erlaube ich mir, das auch so konkret zu sagen. Nicht selten höre ich die Frage, wie ich das eigentlich aushalte, mich schlimmen Schicksalsschlägen in den akutesten Situationen auszusetzen. Nun, ich kann das, weil ich eines mir nicht anmaße: nämlich die Last, welcher die Betroffenen ausgesetzt sind, mitzutragen. Dies geht nämlich nicht. Für beide Seite nicht. Aber ich kann eines: mit aushalten. Und ja, auch das ist manchmal schwer genug, dass weiß vielleicht der ein oder andere aus eigener Erfahrung. Gerne würde ich bei manchen Menschen mit unter die Arme greifen. Bei ganz konkreten Situationen ist dies manchmal möglich, so dass etwas Last vom anderen genommen werden kann. Aber es gibt eben leider auch Lasten, die von keinem anderen getragen werden können als von der betroffenen Person oder auch nur mir selbst. Das muss ich eingestehen.
Auch muss ich mir eingestehen können, dass ich manche Lasten nicht mittragen möchte, und dies ist in Ordnung. Was wir aber können, ist das Mit-Aushalten. Das ist oft schon eine ganze Menge. Bleibe hier und wache und bete mit mir.
Der Autor ist Pfarrer im Pfarrbereich Knau-Triptis.
Autor:Online-Redaktion |
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