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Sie lachten, kämpften, glaubten
Gottes starke Töchter

Foto:  epd-bild/Peter Jülich

Viele halten die Bibel für ein Männerbuch, voll von Vätern, Königen und Propheten. Wer genauer hinsieht, erkennt: Die Schrift war nie blind für Frauen.

Von Matthias Pankau 

Stuttgart (epd). Von Eva, der viel zugemutet wurde, bis zu Maria Magdalena, die zuerst den Auferstandenen gesehen hat - die Bibel kennt Frauen, die handeln, zweifeln, glauben, opponieren und retten.
Sie führen Armeen, tricksen Könige aus, retten Völker, zwingen Propheten zum Nachdenken. Zwölf Bibelstellen, die zeigen, wie sehr die Heilige Schrift Frauen schon immer ernster nahm, als es die Jahrhunderte danach teilweise taten.

Die Suchende im Paradies Eva (1. Mose 3,6): «Da nahm sie von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon.» Nicht die naive Verführte, sondern die erste Fragende. Evas Hunger nach Erkenntnis macht sie zur Mutter aller Neugierigen.

Das Lachen des Glaubens Sara (1. Mose 18,12): «Da lachte Sara bei sich selbst.» Glauben beginnt mit Skepsis. Sara lacht Gott ins Gesicht - und bekommt einen Sohn. Isaaks Name («Gott lacht») erinnert
daran: Gott hat Humor.

Die Prophetin mit der Pauke Mirjam (2. Mose 15,20-21): «Und Mirjam nahm eine Pauke in ihre Hand Singt dem HERRN, denn er ist hoch erhaben.» Nach dem Exodus stimmt sie das älteste Lied der Bibel an.
Eine Frau formt Israels ersten Hymnus.

Die Richterin unter der Palme Debora (Richter 4,4): «Zu der Zeit war Debora, eine Prophetin, Richterin in Israel.» Sie führt das Volk mit Wort und Weisheit. Kein Schwert, kein König - nur Geist und Mut.
Barak folgt ihr. Und das Land hat Ruhe.

Die Fremde mit dem großen Herzen Rut (Rut 1,16): «Wo du hingehst, da will ich auch hingehen.» Rut bleibt, als alles verloren scheint. Sie verwandelt Loyalität in Liebe; still, stark, weiblich.

Die Friedensstifterin Abigajil (1. Samuel 25,33): «Gepriesen sei dein Verstand, und gepriesen seist du selbst.» Diplomatie in biblischer Eleganz: Sie verhindert Blutvergießen mit Worten. David erkennt in ihr mehr Vernunft als in manchem Feldherrn.

Das Gebet, das sich in Gesang verwandelt Hanna (1. Samuel 2,1): «Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN.» Aus Schmerz wird Gesang, aus Klage Theologie. Hannas Lied ist gesungener Glaube, geboren aus Leid.

Die Königin, die Nein sagt Esther (Esther 4,14): «Wer weiß, ob du nicht um dieser Zeit willen zum Königreich gekommen bist?» Esther riskiert alles am Hof und rettet ihr Volk.

Die Mutter, die Gott vertraut Maria (Lukas 1,38): «Mir geschehe, wie du gesagt hast.» Maria stellt sich nicht blind unter, sondern nimmt eine einzigartige Berufung an, die ihr Leben grundlegend verändert. Wenig später singt sie das Magnificat (Lk 1,46ff.), ein Loblied, das Gottes Treue an den Niedrigen feiert.

Die Missionarin am Brunnen Die Frau am Jakobsbrunnen (Johannes 4,29): «Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat.» Sie redet mit Jesus klug, kritisch, frei. Aus der Fremden wird die erste Verkünderin eines neuen Glaubens.

Die Theologin aus Bethanien Martha (Johannes 11,27): «Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes.» Marthas Bekenntnis ist nüchtern und tief. Es übertrifft das vieler Jünger.

Die Apostelin der Apostel Maria Magdalena (Johannes 20,18): «Ich habe den Herrn gesehen!» Sie bleibt, als die Männer fliehen. Gott wählt sie zur Zeugin des Neuen. Die erste, die das Osterlicht sieht und es weiterträgt.

Vom ersten Schritt aus dem Paradies bis zum Ostermorgen zieht sich der Mut der Frauen wie ein roter Faden. Vielleicht auch deshalb gilt Gottes Urteil über seine Schöpfung - nicht nur für Frauen - bis
heute: «Und siehe, es war sehr gut!»

Autor:

Online-Redaktion

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