Holocaust-Gedenken
Mehr Störungen in NS-Gedenkstätten

Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" in Berlin | Foto: epd-bild / Ralf Maro
  • Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" in Berlin
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Viele Gedenkstätten für NS-Opfer verzeichneten im vergangenen Jahr steigende oder konstante Besuchszahlen. Allerdings nahmen an vielen Orten Störungen und antisemitische Vorfälle ebenfalls zu.

Frankfurt a.M. (epd). Gedenkstätten, die an die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland erinnern, haben im vergangenen Jahr überwiegend steigende oder konstante Besuchszahlen verzeichnet.
Zugleich berichteten viele Gedenkorte von mehr politisch motivierten Vorfällen, wie eine Umfrage des epd ergab.

Die KZ-Gedenkstätte Dachau zählte im vergangenen Jahr gut eine Million Besuche. Für 2024 hatte sie mehr als 900.000 angegeben. In Brandenburg blieben die Besuchszahlen der Gedenkstätte Sachsenhausen mit rund 500.000 gleich, Ravensbrück verzeichnete mit 74.000 Besuchen ein Plus von 1,4 Prozent. Eine Zunahme von knapp 3,5 Prozent auf
113.800 Besuche im Vergleich zu 2024 verbuchte die Hamburger KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

 Weniger Besuche in Berlin

Konstant blieben die Zahlen in den Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wie die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mitteilte, besuchten rund 350.000 Menschen Buchenwald und etwa 50.000 Mittelbau-Dora. Auch die ehemalige Tötungsanstalt Hadamar in Hessen verzeichnete mit 23.000 eine konstante Besuchszahl.

Im Berliner Dokumentationszentrum Topographie des Terrors waren es mit rund 1,575 Millionen Besuchen etwa drei Prozent weniger. Auch die Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand zählte 2025 rückläufige Besuchszahlen. In die vier Einrichtungen kamen 191.052 Personen
(Vorjahr: 211.912). Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zählte im «Ort der Information» unter dem Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals 309.800 Besucherinnen und Besucher (minus 150).

 Mehr Anzeigen

Buchenwald und Mittelbau-Dora verzeichneten mehr politisch motivierte Vorfälle. Während bis etwa 2020 im Durchschnitt alle vier Wochen ein Vorfall angezeigt werden musste, sei inzwischen nahezu wöchentlich eine Anzeige erforderlich, teilte ein Stiftungssprecher mit. Einträge in Gästebüchern in Flossenbürg zeigten nach den Worten eines Sprechers der Gedenkstätte eine Zunahme an Beiträgen, «die sich im Grenzbereich zwischen antisemitischen und israelfeindlichen Inhalten befinden».

Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück teilte mit, sie nehme «deutliche atmosphärische Veränderungen» in der Gruppenbetreuung wahr. «Jugendliche mit rechten Orientierungen zeigen deutlicher, dass sie den Gedenkstättenbesuch als Zumutung begreifen», hieß es.

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