Rezension
Erstlingswerk mit 80 Jahren
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November, Spätherbst – fast symbolisch scheint diese Buchpräsentation in der Eckermann Buchhandlung Weimar. Die Theologin Andrea Richter stellt mit 80 Jahren ihr Erstlingswerk vor: "Unternehmen Queen".
Von Dietlind Steinhöfel
"Kurzprosa" ist der Untertitel. Die Zuhörerinnen kennen die Autorin als Kollegin, Chefin, Nachbarin. Andrea Richter war zwei Jahrzehnte Leitende Pfarrerin des Frauenwerkes – zunächst für die lutherische Kirche Thüringens, dann für die mitteldeutsche Kirche.
Mit dem Schreiben habe sie als Jugendpfarrerin in Naumburg angefangen, erzählt sie. In ihrer Jungen Gemeinde seien Punks gewesen. Die Erlebnisse mit ihnen hätten sie interessiert, und sie habe sie notiert. Über die Jahrzehnte sind viele andere Geschichten dazugekommen, die ursprünglich nicht zur Veröffentlichung vorgesehen waren. Vor rund zehn Jahren meldete sie sich bei einer Schreibwerkstatt an. Nun ist ihr erster Band mit Kurzgeschichten im quartus-Verlag erschienen. "Nein, die Punkgeschichten sind nicht dabei", sagt sie.
Aber eine Liebeserklärung an ein altes Klavier; eine urkomische Geschichte von einem jungen und schönen Mann, der sein gutes Aussehen in der Coronazeit hinter Masken verstecken musste; Gedanken über das Geschlecht des Mondes; Erinnerungen an die Kindheit; von dem Brief einer Chemnitzerin an die Queen; von einer Trauerfeier mit Knallerbsen. Andrea Richter taucht mit ihrer leicht anmutenden Erzählweise in die Tiefen des menschlichen Zusammenlebens ein – heiter, liebevoll und nachdenklich.
Richter, Andrea: Unternehmen Queen, quartus-Verlag, 108 S., ISBN 978-3-947646-59-3; 15,00 Euro
Autor:Online-Redaktion |

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