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Weltkirchenrat
Verschleppung ukrainischer Kinder verurteilt

Valeriia Sydorova war erst 16 Jahre alt, als russische Besatzer sie im Oktober 2022 in ihrer ukrainischen Heimatstadt Nowa Kachowka nahe Cherson in einen von vielen Bussen setzten. Gemeinsam mit Hunderten weiterer Kinder wurde sie auf die Krim gebracht. Es war der Anfang einer Verschleppungsgeschichte, in der sie Gewalt, Indoktrinierung und Unterdrückung erlebte und aus der sie erst nach fast einem Jahr im August 2023 zurückkehrte. 
 | Foto: epd-bild/Nancy Heusel
  • Valeriia Sydorova war erst 16 Jahre alt, als russische Besatzer sie im Oktober 2022 in ihrer ukrainischen Heimatstadt Nowa Kachowka nahe Cherson in einen von vielen Bussen setzten. Gemeinsam mit Hunderten weiterer Kinder wurde sie auf die Krim gebracht. Es war der Anfang einer Verschleppungsgeschichte, in der sie Gewalt, Indoktrinierung und Unterdrückung erlebte und aus der sie erst nach fast einem Jahr im August 2023 zurückkehrte.
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Russland hat laut einer UN-Untersuchungskommission systematisch Kinder aus besetzten Gebieten in der Ukraine verschleppt. Der Weltkirchenrat verurteilte dies als unvereinbar mit dem Völkerrecht, der Moral und christlichen Werten.

Genf (epd). Der Weltkirchenrat hat sich zutiefst besorgt über die Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland geäußert. «Solche Handlungen berauben Kinder ihrer Familien, ihrer Sprache, ihrer Kultur und ihrer Heimat und fügen ihnen tiefen psychischen und seelischen Schaden zu», erklärte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der südafrikanische Theologe Jerry Pillay: «Diese Handlungen stellen eine schockierende Verletzung der von Gott gegebenen Würde jedes Kindes und der Unantastbarkeit familiärer Bindungen dar.» Pillay bezog sich auf Erkenntnisse der Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission zur Ukraine.

Bei den gewaltsamen Deportationen ukrainischer Kinder nach Russland handelt es sich laut der UN-Kommission um Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Deportationen der russischen Besatzer seien weit verbreitet und systematisch, hatte der Kommissionsvorsitzende Erik Møse vor knapp zwei Wochen erklärt. Die Kommission habe die Deportation von 1.205 Kindern bestätigt und Kenntnis von vielen weiteren Fällen, sagte er vor dem UN-Menschenrechtsrat. Vier Jahre nach der Verschleppung seien 80 Prozent dieser Kinder noch nicht zurückgekehrt.

Pillay betonte, dass die vorsätzliche Wegnahme und Umsiedlung von Kindern aus politischen oder ideologischen Gründen grundlegend unvereinbar mit dem Völkerrecht, der Moral und den christlichen Werten sei. Der Weltkirchenrat forderte die russischen Behörden zur Klärung der Vorwürfe auf. Dabei müsse das Wohl jedes einzelnen Kindes an erster Stelle stehen.

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) mit Sitz in Genf, auch als Weltkirchenrat bekannt, wurde 1948 gegründet. Er ist ein Zusammenschluss von mehr als 350 Mitgliedskirchen in mehr als 120 Ländern. Die katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet aber mit dem ÖRK zusammen.

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