Wehrdienst in den USA
Protest gegen automatische Registrierung

Foto: pixabay/shawn 1

Die US-Wehrerfassungsbehörde will eine Datenbank anlegen, um junge Männer automatisch für eine potenzielle Wehrpflicht zu registrieren. Friedensaktivisten protestieren.

Washington (epd). US-amerikanische Friedensaktivisten sehen geplante Änderungen der Wehrdienstregistrierung mit Sorge. Die geplante Reform sei gefährlich, sagte Friedensaktivist Edward Hasbrouck, der einen Blog gegen die verpflichtende Registrierung zum Wehrdienst in den USA betreibt. Die US-Regierung behaupte, die Wehrpflicht werde nur im äußersten Notfall eingeführt. Dennoch ermutige die geplante automatische Registrierung Politiker, «über größere Kriege nachzudenken» und die Frage beiseitezulassen, ob genug Menschen freiwillig kämpfen wollen, sagte Hasbrouck.

Die US-Wehrerfassungsbehörde Selective Service System will Männer zwischen 18 und 25 Jahren künftig automatisch anhand staatlich verfügbarer Informationen in einer Datenbank registrieren. Das teilte die Behörde auf ihrer Internetseite mit. Durch diese Informationen sollen laut Medienberichten im Fall einer Wiedereinführung der Wehrpflicht Rekruten ausgewählt werden. Die Reform geht auf ein im Dezember 2025 überparteilich beschlossenes Gesetz zurück.

Änderung ab Dezember

Die Änderung soll im Dezember in Kraft treten. Gegenwärtig müssen junge Männer nach dem 18. Geburtstag ihre Daten der Behörde vorlegen. Sonst droht eine Strafe. Zudem erhalten sie keine Darlehen für das Studium. Es ist aber unklar, wie viele sich tatsächlich registrieren und die Behörde über ihren Wohnort informieren. Rund vierzig pazifistische Verbände und Kirchen in den USA hatten sich bereits im März gegen die geplante Neuerung bei der Wehrdienstregistrierung ausgesprochen.

Für Kriegsdienstverweigerer sei die Reform problematisch, sagte die Friedensaktivistin Kate Connell, die sich in Kalifornien bei den pazifistischen Quäkern engagiert. Ihr Sohn habe sich vor mehreren Jahren registriert und auf dem Formular vermerkt, dass er das unter Protest tue. Bei der Registrierung gebe es ansonsten keine Möglichkeit, Widerstand zu dokumentieren.

Rekruten wurden per Los ausgewählt

Im Vietnamkrieg wurden Rekruten mit einer Lotterie ausgewählt, an der Männer im wehrfähigen Alter teilnehmen mussten. US-Präsident Donald Trump war damals auch im wehrfähigen Alter. Er soll aus medizinischen Gründen vom Militärdienst befreit worden sein.

Der republikanische Präsident Richard Nixon hatte die umstrittene Wehrpflicht 1973 abgeschafft. Seither verlassen sich die USA auf Berufsstreitkräfte. Die Registrierungspflicht geht auf den demokratischen US-Präsidenten Jimmy Carter zurück, der sie 1980 gesetzlich verankert hatte.

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Online-Redaktion

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