UN-Palästinenserhilfswerk
Israel beginnt mit Abriss

Foto:  epd-bild/Isabell Knief

Israelische Bulldozer reißen Gebäude des UN-Palästinenserhilfswerks in Ost-Jerusalem ab. Entwicklungsministerin Alabali Radovan spricht von einer äußerst besorgniserregenden Entwicklung.

Von Jan Dirk Herbermann 

Genf/Ost-Jerusalem (epd). Israelische Truppen haben nach UN-Angaben am Dienstag die Zentrale des Palästinenserhilfswerks UNRWA in Ost-Jerusalem gestürmt. Zudem seien Bulldozer in das Gelände eingedrungen und hätten mit dem Abriss von Gebäuden begonnen, teilte das UNRWA auf der Plattform X mit.

Es handele sich um einen beispiellosen Angriff auf das Palästinenserhilfswerk und sein völkerrechtlich geschütztes Gelände. Israel habe die Pflicht, die Unverletzlichkeit von UN-Einrichtungen wie dem Hilfswerk zu achten. Die Aktionen passen laut UNRWA in die feindliche Politik Israels gegen das Hilfswerk.

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) reagierte mit scharfer Kritik auf das israelische Vorgehen. «Die Zerstörung der UNRWA-Zentrale ist eine weitere Eskalation und äußerst besorgniserregend», erklärte die Ministerin in Berlin. Die israelische Regierung setze damit ihre Bemühungen fort, UNRWA handlungsunfähig zu machen. Dabei sei die Organisation für die Versorgung der palästinensischen Flüchtlinge sowohl in Gaza als auch in der gesamten Region unverzichtbar.

Während des zweijährigen Nahostkrieges hatte Israel die Aktivitäten des UNRWA verboten und somit die Hilfe für Not leidende Palästinenser unmöglich gemacht. Israel wirft dem UN-Hilfswerk vor, Handlanger und Komplize der Terrorgruppe Hamas zu sein. UNRWA bestreitet das.

Die Hamas hatte im Oktober 2023 Israel überfallen und damit den Nahostkrieg ausgelöst. Israel reagierte mit einer massiven Militäroffensive gegen den Gaza-Streifen, den die Hamas seinerzeit komplett beherrschte. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe, die jedoch sehr brüchig ist.

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