Evangelische Militärseelsorge
42 neue Stellen bis 2035 geplant

Mit Strategie und Segen: Es wäre fahrlässig, wenn die Kirche in einem möglichen Verteidigungsfall nicht handlungsfähig sei, sagt EKD-Militär-bischof Bernhard Felmberg. | Foto: epd-bild/Jens Schulze
  • Mit Strategie und Segen: Es wäre fahrlässig, wenn die Kirche in einem möglichen Verteidigungsfall nicht handlungsfähig sei, sagt EKD-Militär-bischof Bernhard Felmberg.
  • Foto: epd-bild/Jens Schulze
  • hochgeladen von Online-Redaktion

Bis 2035 will die evangelische Militärseelsorge ihren Pfarrdienst von 105 auf 147 Stellen erhöhen. Militärbischof Bernhard Felmberg hat keine Sorge, die Stellen besetzen zu können. Die Militärseelsorge sei derzeit gefragt.

Von Joachim Gerhardt 

Bonn (epd). Die evangelische Militärseelsorge will bis 2025 ihren Pfarrdienst von derzeit 105 auf 147 Stellen ausbauen. Die 42 Stellen mehr seien notwendig, um die seelsorgerliche Begleitung in einer wachsenden Bundeswehr mit vielen neuen Herausforderungen von derzeit 180.000 auf dann rund 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten leisten zu können, erklärte Militärbischof Bernhard Felmberg am Montag in Bonn zum Auftakt der jährlichen Gesamtkonferenz der Evangelischen Militärseelsorge.

Die Sorge, neue Pfarrstellen nicht besetzen zu können, habe er nicht, betonte er. Die Militärseelsorge sei trotz Rückgang der Pfarrerinnen und Pfarrer in der Kirche insgesamt derzeit sehr gefragt. «Wir haben keine Vakanzen und es gibt genug Bewerbungen auch für neue Stellen», erklärte Felmberg.

Befragung: Hohe Akzeptanz der Militärseelsorge

Der Militärbischof verwies zugleich auf die hohe Akzeptanz der Arbeit der Militärseelsorge in der Bundeswehr. 84 Prozent aller Soldatinnen und Soldaten schätzten laut einer Studie der evangelischen Militärseelsorge vom Januar 2026 ausdrücklich die Seelsorgeangebote, 95 Prozent besonders die Verschwiegenheit im «geschützten Raum» außerhalb der militärischen Hierarchie. An der Befragung «Was kann und was leistet Militärseelsorge? Seelsorge und Religion in den deutschen Streitkräften» hatten sich rund 7.000 Soldatinnen und Soldaten beteiligt.

Die Rückmeldungen spiegeln für Militärgeneraldekan Thorsten Kirschner auch die «zunehmend großen Belastungen» wider, unter den Soldatinnen und Soldaten und ihre Familie stünden, auch bei den zunehmenden Auslandseinsätzen. Noch dieses Jahr sollen daher eigens zwei neue Stellen für die deutschen Soldaten in Litauen eingerichtet werden.

Gesellschaftlichen Diskurs unterstützen

«Die Zeit der Friedensdividende ist erst einmal vorbei», betonte Bischof Felmberg. «So groß und verständlich die Sehnsucht nach Frieden ist, wir müssen uns den Realitäten stellen.» Die Militärseelsorge auch mit ihrer sehr guten ökumenischen Zusammenarbeit wolle hier den Diskurs in der Kirche wie der Gesellschaft unterstützen.

Dazu gehört für Felmberg auch das Rahmenkonzept «Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall». Das interne Arbeitspapier, das gerade in der evangelischen wie katholischen Kirche entwickelt und diskutiert wird, beschreibt die Rolle kirchlicher Seelsorgepraxis angesichts neuer militärischer Bedrohung, die auch Deutschland direkt treffen könnten, die Zivilbevölkerung wie Einsatzkräfte, Verwundete, Gefallene, Kriegsgefangene und Geflüchtete. «Gerade wir als Kirchen sind gut beraten, auch nach den schlechten Erfahrungen in Corona-Zeiten, nach vorne zu denken, um in Krisenfällen handlungsfähig zu bleiben und Menschen beistehen zu können», betonte er.

Bei der Gesamtkonferenz der Evangelischen Militärseelsorge beraten bis Donnerstag rund 90 Militärgeistliche, Männer wie Frauen, aus ganz Deutschland über die Zukunft und Herausforderungen ihrer Arbeit. Sie steht unter dem biblischen Leitwort «Tröstet, tröstet mein Volk!
(Jesaja 40,1) - Seelsorge und Begleitung in der Landes- und Bündnisverteidigung».

Autor:

Online-Redaktion

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

52 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.