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Wehrhaft im Galopp
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„Friedensreiter“ heißt das neue Weiterbildungsprogramm von EKM und Ökumenischer Akademie. Ziel ist es, Menschen zu befähigen, in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen als Vermittler aufzutreten.
Von Beatrix Heinrichs
Sieben Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gleicht das eher einem Galopp – und ist keine leichte Aufgabe. Das zeigt sich darin, dass schon beim Reden über Polarisierung polarisiert wird. Es gelte „verfeindete Lager miteinander in Kontakt“ zu bringen, erklären Oberkirchenrätin Petra Schwermann und Akademieleiter Frank Hiddemann in der Ankündigung zum Projekt – und identifizieren diese als „die gesichert rechtsextremen Kräfte“ auf der einen und „das demokratische Spektrum“ auf der anderen Seite. Wie einfach wäre es, gäbe es nur zwei Lager, die ihre Ansichtsdifferenzen verhandeln müssten. Die Wahrheit sieht komplexer aus: Lebenswirklichkeiten und die durch sie geprägten Haltungen lassen sich nicht so einfach in zwei Schubladen sortieren. Vielleicht könnte das eine wertvolle Erkenntnis der Weiterbildung sein.
Das Bild der Friedensreiter, ein Gegenentwurf zu den Feuerreitern aus der Offenbarung, aber passt in die Zeit – und steht der Kirche gut zu Gesicht. Erfolgreich erprobt worden ist das Konzept im Übrigen schon: Bereits im Dreißigjährigen Krieg verkehrten Friedensreiter zwischen Osnabrück und Münster und überbrachten Nachrichten über die Verhandlungen.
Autor:Beatrix Heinrichs |
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