Universitätskirche und Aula

Eröffnung: Blick zum spätgotischen Wandelaltar im Paulinum. Aus klimatischen Gründen ist der Altarbereich durch eine verschiebbare Glaswand von dem bestuhlten Teil abgetrennt.
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Paulinum: In Leipzig wird der Nachfolgebau der gesprengten Hochschulkirche eingeweiht.

Nach jahrelangen Verzögerungen ist es diese Woche so weit: Das Paulinum in Leipzig wird eröffnet. Die Universität Leipzig weiht mit mehreren Veranstaltungen den Nachfolgebau ihrer vor fast 50 Jahren gesprengten Hochschulkirche ein. Die ehemalige Universitätskirche St. Pauli war am 30. Mai 1968 auf Anweisung der DDR-Führung gesprengt worden.
Wie Unirektorin Beate Schücking sagte, dient das Paulinum in Zukunft als Universitätskirche, -aula und feste Stätte für die Universitätsmusik. Es sei dem niederländischen Architekten
Erick van Egeraat zu verdanken, »dass wir hier eine gewisse Dreifaltigkeit haben«. Das Paulinum sei ein Alleinstellungsmerkmal. Das gelte auch für das Inventar, fügte Universitäts-Kustos Rudolf Hiller von Gärtringen hinzu. So finden sich in dem Neubau gut zwei Dutzend wertvolle Epitaphe aus dem 16. und 18. Jahrhundert sowie ein spätgotischer Wandelaltar aus den Jahren 1485 bis 1490. Die Objekte seien 1968 in nur sieben Tagen vor der Sprengung gerettet worden. Während der vergangenen 15 Jahre wurden sie restauriert. »Mit dem Gebäude wird ein einzigartiger Kunstschatz zugänglich«, sagte der Kustos.
Aus klimatischen Gründen ist der Altarbereich durch eine verschiebbare Glaswand von dem bestuhlten Teil abgetrennt. Messungen über drei Semester sollen demnach ergeben, ob das Raumklima auch für die historische Kanzel der alten Paulinerkirche geeignet ist. Bis dahin lagere sie im Depot.
Mit der Eröffnung zieht auch die Hochschulgemeinde wieder an die Universität. Universitätsprediger Peter Zimmerling dankte Nikolai- und Thomaskirche für die Gastfreundschaft der vergangenen 49 Jahre und betonte die emotionale Bedeutung der Wiedereröffnung. Es gebe noch sehr viele Leipziger, »die die Sprengung der Kirche schmerzlich in Erinnerung haben«, sagte er.
Künftig wird im Paulinum demnach an jedem Sonn- und Feiertag Gottesdienst gefeiert. Hinzu kommen regelmäßige Abendvespern und Kunstführungen. Außerdem sollen laut Schücking »jedes Jahr bestimmte akademische Feste« gefeiert werden. Auch könne der Raum für externe Veranstaltungen gemietet werden.(epd)

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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