Sprengel Erfurt - Glaube und Alltag

Beiträge zur Rubrik Glaube und Alltag

Was geht mich mein Bruder an?
BLEIBT ALLES OHNE FOLGEN?

Es kann vorkommen, dass am 13. Sonntag nach Trinitatis auf tausenden von Kanzeln in Europa über die Geschichte vom Mord des Kain an seinem Bruder Abel gepredigt wird. Wobei es, denke ich, tatsächlich um ein geplantes Geschehen gegangen ist, also um Mord.  Eine alte Geschichte. Gleich am Anfang der Bibel, nach Schöpfung und Sündenfall, wird sie berichtet, damit sich keiner Illusionen macht über die Gattung Mensch. Nicht aktuell? Nun, wenn man mit aktuell das Tagesgeschehen meint, auf welches...

... wer hat dich, du schöner Wald ...
z.B. K. May & D. Bonhoeffer

Es gehörte in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts nicht viel dazu, den Schriftsteller Karl May zu kennen. Entscheidend geblieben bis heute ist aber nicht ob, sondern welches seiner Bücher man gelesen hatte. Kennt man sich nur „In den Schluchten des Balkans" aus oder auch im späteren „Ardistan und Dschinnistan”? Und dann gibt es ja noch die ganz frühen Sachen des Autors. Als eine der frühesten Erzählungen gilt wohl „Die Rose von Ernstthal”. In dieser bereits 1874 entstanden Liebes-...

Mein ganzes Leben zurechtgerückt
WAS WIRKLICH WICHTIG IST

Wir sind ein geladen, meine Frau und ich, zur einer Matinee nach Weimar ins Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens aus Anlass der Buch- präsentation: "100 Jahre Die vor und frühgeschichtlichen Altertümer Thü- ringens", weil wir einen der Autoren kennen. Die Veranstaltung ist gut besucht. Nach einer Begrüßung moderiert der Leiter der Einrichtung, Dr. Grasselt, drei der Autoren referieren über ihre Themen, Musik ist auch dabei, und danach ist ein kleiner Buffet vorbereitet. Und schon erhebt...

So gehe nun hin... Ich will mit dir sein.
DIE ZUSAGE BLEIBT. GOTT GEHT MIT

Die Gestalt des Mose ist unter den Männern und Frauen des Alten Testaments zweifellos herausragend. Da kann ihm keiner das Wasser reichen. Und die Geschichte seiner Berufung geht durch meine Kindheit: der Busch, der brennt und doch nicht verbrennt, -der Ort, an dem man die Schuhe auszieht, weil er heilig ist, - der Gott, der sich mitteilt und seinen Namen nennt (Jahwe = Ich bin, der ich bin), -der Gott, der in eine Heilsgeschichte stellt, seinen Willen aufdeckt und sein Mitgehen zusagt. Mose...

Wort zur Woche
Gott ist ein schlechter Verlierer

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Lukas 19, Vers 10 Von Angela Fuhrmann Seltsam, wieder sitzt sie hier in der Kirchenbank. Und alles fühlt sich einfach gut an, wie ein Zuhause: der Raum – wie eine Schutz-Burg, Geborgenheit pur. Die Gesichter, die Stimmen – inzwischen so vertraut, auch die Geschichten dazu. Die Stille, die nach Weite klingt, nach sowas wie Ewigkeit. Die Worte und Gesänge von fremder Schönheit und Klarheit. Auch wenn sie längst nicht...

das große Abendmahl (Lukas 14)
Predigttext 18.6.2023

Dann sprach der HERR: "Es war ein Mann, der machte ein großes Mahl mit Braten und Ragout. Und als der Abend ging auf halber Achte, sandt' seinen Knecht er ab und sagte: 'Du, geleite meine Gäste zum Bankette, ich lade ein - man trete nur herzu!' Doch rätselhaft - obwohl ein jeder hätte gleich eilen können zu dem Abendmahl - betrat kein Einziger die hohe Stätte und niemand langte an im Königssaal. Für alle gab es etwas zu bedauern und Grund zum Fernebleiben Mal um Mal. Der erste sprach: 'Will...

Mit dem Ostermorgen hat sich alles verändert
ALLES NEU MACHT DER MAI

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden (2 Kor 5,17). Das Sprichwort sagt: "Alles neu macht der Mai!" Und es hat recht, das Sprichwort.  Es ist schon jedes Jahr neu verblüffend, wie die Natur im Frühjahr loslegt, - was da alles in einem Garten passiert, - wie das wächst, treibt und zu Blüte und Frucht kommt. Was für eine Kraft, und was für eine Verlässlichkeit. Zuvor lag alles da wie tot. Aber dann...! Unser Bibelwort...

Ich gebe ihnen das ewige Leben
DER GUTE HIRTE

Jesus Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben (Joh 10). Es gab eine Zeit, da hatten wir Schafe. Ich höre noch das leise Meckern unserer  ersten beiden, Peter und Paul, die wir von Freunden aus Kranichfeld geholt hatten. Die Leute aus dem Dorf mögen es, wenn Pfarrers Schafe halten. Das ist so ein Stück heile Welt, nach der wir uns alle sehnen, Und Pastor heißt schließlich Hirte. Das passt...

Trinitatis
und Carl Gustav Jung

Als Knabe hatte Carl Gustav Jung den Konfirmandenunterricht seines Vaters zu besuchen. Und - es war schon oft recht langweilig ... Aber der Junge freute sich, dass irgendwann jener Tag kommen musste, an dem die Lehre von der heiligen Trinität Gottes würde behandelt werden. Irgendwann kam dieser Tag. Und mit ihm die große Enttäuschung. Denn der Vater sagte: „Das behandeln wir nicht, - es spielt keine Rolle, ist uninteressant und nicht zu begreifen.”  Wieder einmal hatte irgendwo auf der Welt ein...

Wir sind alle tief bewegt (Meißen, d. 22.11.2003)
FÜR FULBERT STEFFENSKI

Tagung in Meißen, St. Afra, auch über Trauer und Trauerriten. Er spricht von seiner Heimat und den Gräbern der Eltern. Er will in einem Nebensatz auf den noch frischen Tod seiner Frau eingehen, weil er weiß, dass wir wissen. Er sagt: "Da ist noch ein anderes Grab, von dem kann ich noch nicht sprechen... Da bricht es aus ihm hervor, schwemmt ihn hinweg. Auch ein zweiter Versuch misslingt nach einer Pause, so dass er abbrechen muss.  Wir sind alle tief bewegt. Auf dem Meer seiner Tränen schwimmen...

Atempause in Buttstädt wird fortgesetzt
Atempause in Buttstädt wird fortgesetzt

Die Atempause, die im Jahr 2017 zum Reformationsjubiläum erstmalig in der Buttstädter Michaeliskirche regelmäßig stattfand, wird auch in diesem Jahr fortgeführt. Im gewohnten Format beginnt die Veranstaltungsreihe am Mittwoch, 31.05.2023 12 Uhr mit dem Mittagsgeläut der Michaeliskirche. Das Thema ist “Im Jahr der Taufe – biblische Geschichten, die vom Wasser erzählen”. Wir laden Sie herzlich ein, sich wieder eine kleine Auszeit in der Wochenmitte zu nehmen und interessante Geschichten zu...

Jenenser Theologiestudierendenforum vom 2.–4. Juni
Theologiestudierende wollen Fragen nach christlicher Wahrheit nachgehen

Jena, 28. April 2023. Vom 2.-4. Juni 2023 findet an der Theologischen Fakultät in Jena das „Jenenser Theologiestudierendenforum“ (JeThFo) statt. Theologiestudierende aller Studiengänge, Standorte und Fachsemester sind eingeladen, sich unter dem Motto „Gespalten gestalten – Wahrheit(en) im evangelischen Diskurs“ auszutauschen und zu vernetzen. „Die theologische Wissenschaft und das kirchliche Handeln sehen sich heute verschiedenen Herausforderungen ausgesetzt, die den Charakter des Letztgültigen...

Da, mit der aufbrechenden Sonne
OSTERN

Dabei war weder Mensch noch Tier, und wenn doch, dann schlafend. Hörte einer das Schnarchen der Soldaten oder den Schrei der Nachteule in der Ferne? War da ein halb-dunkler Schatten, der Klang der Posaune oder nur ein leises Klingen? Die Jünger waren abgetaucht. Judas hing an seinem Strick. Der Stein noch nicht abgerollt, die Engel noch nicht auf Position, die Frauen noch nicht auf dem Weg. Bis in die Nacht hinein hatten sie Tränen und Kummer vor Gott gebracht. Da, mit der aufbrechenden Sonne,...

Haben wir Anspruch auf Bewahrung?
HIOB 2012

Hans, langjähriger Sänger im Kirchenchor, Ältester, treuer Gottesdienstbesucher mit Frau und Tochter, kluger Debattierer, immer bereit, sich in der Gemeinde  einzubringen, verliert eines Tages seine Frau an akuter Herzschwäche. Innerhalb weniger Stunden ist sie verstorben. Das ging damals wie ein Lauffeuer durch den Flecken. Große Anteilnahme der gesamten Gemeinde, große Trauerfeier in der Kirche, viele Kondolenz-Schreiben und Blumen. "Wir beugen uns unter die allmächtige Hand Gottes!" Das war...

Keiner, auf den man stolz sein könnte
E L I A

Ein Prophet des Alten Testaments. Keiner, auf den man stolz sein könnte, auch wenn er aus der Menge der Propheten hervorgehoben wird durch eine besondere Gottesbegegnung, wie sie sonst nur dem Mose zuteil wurde. Selbst eine Himmelfahrt "im feurigen Wagen", gezogen von "feurigen Rossen"  wird von ihm erzählt. Elia heißt: "mein Gott ist Jahwe". Aber er war ein Massenmörder! Nicht so schlimm wie Hitler und Stalin, Mao Tse Tung und Polpot. Jedoch schlimm genug! Der Schlächter vom Bach Kison. Ich...

Irgendwann einmal werden wir
ZUKUNFTSMUSIK

Irgendwann einmal      werden wir frühmorgens ausschlafen,      der Wecker kann uns mal, und wenn      die Vögel krakeelen, dann werden wir uns      auf die Seite drehen. Irgendwann einmal      wird die Woche vor uns liegen,      und sie wird kaum einen Termin haben,      nackt wird sie sein und faltenlos      wie ein Baby-Hintern. Irgendwann einmal      wirst du mit deiner Freundin Dorle      die lang geplante Tour zu den      Thüringer Dorfkirchen machen, und ihr      werdet nicht auf den Tag...

... Blick auf Lätare 2023
die Griechen kommen ...

Auch Griechenvolk war auf das Fest gekommen - man hatte sagen hören von dem Christ. Und von der Lehre, welche - ausgesponnen - bedeutet, dass er Gott auf Erden ist. Philippus stammt aus Galiläas Auen und zählt zu Jesu Jüngern, wie ihr wisst. Den fragten sie zur Früh beim Morgengrauen: „Wir wollen Jesus gerne sehen, Herr.“ Philippus erst Andreas wollte schauen - zu zweit dem Meister künden ihr Begehr. Der hört sie an - und sagt zu beiden: „Nun wahrlich ist die Stunde kommen her - das Werk der...

Ein bisschen schäme ich mich noch heute
Argumente

Ich hatte eine Vakanz, das Dorf E. Eine "Vakanz" ist eine Pfarrstelle, die gerade nicht besetzt ist. Es kann auch ein Teil davon sein. Aber einer muss immer verantwortlich sein, der sogenannte "Vakanz-Vertreter", der eine Art Notdienst aufrechterhält. Er ist also für Gottesdienste, Unterricht, Verwaltung, Bausachen und Kasualien zuständig, als hätte er keine eigene Pfarrstelle. Kasualien sind Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Todes-fälle. Soviel zum besseren Verständnis. Da die Pfarrstelle...

Erinnerungen an einen wackeren Mann
Cand. theol. Linsenbarth

Der Genannte fristete zehn Jahre lang in Hemleben ein kümmerliches Dasein. Er lebte vom Privatunterricht der Kinder wohlhabender Bauern des Dorfes und von gelegentlichen Vertretungen des Ortspfarrers. Da zu bescheiden und ohne Beziehungen hatte er es nie zu einer eigenen Pfarrstelle gebracht. Als der Pfarrer von Hemleben 1740 verstarb (Johann Sebastian Bach starb 1750.), gab es viele Bewerbungen, weil die Stelle gut dotiert war, aber der Graf von Beichlingen, zu dessen Besitz der Ort gehörte,...

Einen Eid leiste ich in keinem Fall
MUSTERUNG

Als im Oktober 1961, nachdem der Bau der Mauer begonnen hatte, in einer Vollversammlung des Lehrkörpers und der Studentenschaft der Hochschule für Musik "Felix Mendelssohn-Bartholdy" Leipzig einer der Gesangs-Studenten aufsprang (Er konnte zwar nicht besonders gut singen, aber er hatte das richtige Parteibuch!) und eine flammende Rede hielt des Inhalts, dass "der sozialistische Student" natürlich bereit sein müsse, im Falle eines Krieges "die Heimat mit der Waffe in der Hand zu verteidigen", da...

der Sperling
Geburtstagsgabe (27)

„Kaufet man nicht zween Sperlinge um einen Pfennig? Dennoch fällt deren keiner auf die Erde ohne euren Vater.“ Der solches sagte war Meister Jesus. Und wer es uns in das liebe Deutsch übersetzte, war Vater Luther. Luther, Luther, Luther, Luther … Über alles. Denn Luther lässt uns auf sich sitzen und wirft niemanden von uns ab. Wir Spatzen sind fröhliche Vögel. Wir treiben uns auf Straßen und Plätzen herum, hüpfen eifrig umher, dabei bereden wir alle wichtigen und unwichtigen Sachen. Aber noch...

der Vorfahr über Luther
Geburtstagsgabe (3)

Als Euern angeblichen Urururgroßvater hört mich an. Schreiben kann ich selber zwar nur schlecht, deshalb wählte ich mir den Kranich als Sekretär. Mag nämlich sein, dass Ihr Euch sonst schämt, wenn Ihr meine mangelhafte Orthographie seht und Euch zugleich dabei einfällt, dass Ihr von mir abstammen wollt, worauf Ihr ja seit Darwin so stolz seid. Was hat der Affe Euch heute noch zu sagen? Erst einmal nichts. Dann aber doch! Und - keine Angst - es ist was Gutes: Diese Filme, Planet der Affen, King...

eigentlich ... war es nämlich so
Geburtstagsgabe (9)

Auch der Papagei schrieb Luthern einen Brief. Anlässlich des vergessenen Geburtstags. Wir lesen darin viel Erstaunliches: Liebe Leute, jeder hat heute ein Haustier. Tiere sind die besseren Menschen, wie man so schön sagt. Wer kein Tier hat, mit dem stimmt was nicht. Ich war Luthers Papagei. Er liebte mich so sehr … Ich brachte ihm nämlich Theologie bei. Wir waren Unzertrennliche. Ich wurde 70 Jahre alt. Ihr wisst aus dem Internet, dass wir Papageienvögel sehr alt werden können. Wenn Ihr das...

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