Keine Entwarnung
Opferberatung "ezra" präsentiert Statistik

Ein Kreuz für jedes Opfer: Protest gegen rechte Gewalt 2018 in Themar
  • Ein Kreuz für jedes Opfer: Protest gegen rechte Gewalt 2018 in Themar
  • Foto: frankphoto/Bastian Frank
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Extrem rechte Ideologien sorgen in Thüringen aus Sicht der Opferberatung "ezra" neben einem hohen physischen Gefährdungspotenzial auch für zunehmende atmosphärische Angst. Das gelte insbesondere für die Städte Erfurt und Jena, aber auch für Regionen wie den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, erklärte "ezra". Zudem verlagere sich dieses Klima gerade über die sozialen Netzwerke mit massiven Bedrohungen bis hin zu Mordaufrufen in den virtuellen Raum. Daher sei auch der Aufbau einer Online-Beratung notwendig, hieß es.
Das Ausmaß unmittelbarer rechter Gewalt bleibe in Thüringen hoch. Die Zahl der dokumentierten Fälle sei zwar im vorigen Jahr auf 108 zurückgegangen (2018: 166), sagte "ezra"-Koordinator Franz Zobel. Der Wert liege aber deutlich über denen für die Jahre vor der rassistischen Mobilisierung etwa durch "Thügida" und die AfD seit 2015, als Deutschland seine Grenzen für Flüchtlinge öffnete. Als häufigste Tatmotive benannte Zobel Rassismus, gefolgt von Angriffen gegen politische Gegner. "Der Rückgang zum Vorjahr ist mit Vorsicht zu bewerten", warnte er. Zudem sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
Fehlende Konsequenzen für die Täter führten bei den Opfern zu Resignation, sagte "ezra"-Beraterin Theresa Lauß. Vorfälle würden so oft gar nicht erst zur Anzeige gebracht. Notwendig sei daher jetzt eine parteiübergreifende Allianz, die die Perspektiven und Forderungen der Betroffenen in den Mittelpunkt stelle und endlich konkrete Maßnahmen umsetze.
Zobel verwies vor diesem Hintergrund auf die Handlungsempfehlungen der beiden Thüringer NSU-Untersuchungsausschüsse und der Enquetekommission "Rassismus und Diskriminierung", die zum großen Teil bis heute nicht umgesetzt würden. Er sprach von einem "Reformstau, den zahlreiche Menschen tagtäglich auf grausame Art und Weise zu spüren bekommen".
Seit April 2011 unterstützt "ezra" – das hebräische Wort steht für Hilfe – Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Träger ist die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Finanziert wird "ezra" über Bundes- und Landesmittel. (epd) 

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Online-Redaktion aus Weimar

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