St. Ulrich feiert 300 Jahre Kirchweih
Gottesdienst im DDR-Fernsehen
- St. Ulrich: "Brücke" zwischen protestantischem Gebiet und katholischem Eichsfeld
- Foto: Reiner Schmalzl
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Die Saison der Kirchweihfeste neigt sich ihrem Ende zu. Eigenrieden (Kirchenkreis Mühlhausen) dürfte zu den wenigen Dörfern zählen, wo in der Chronik erstmals auch eine Kirmes erwähnt worden ist.
Von Reiner Schmalzl
Denn das dortige Rechnungsbuch weist für das Jahr 1610 eine Kollekte anlässlich der Kirmes aus. Diese Feststellung steht allerdings unter dem Vorbehalt der Auswertung eines aktuell nicht zugänglichen Rechnungsbuches, das 1541 begonnen wurde.
Weil sich nahezu alle Daten zum heutigen Gotteshaus exakt belegen lassen und die Kirchengemeinde am 26. Oktober 1725 nach nur fünf Monaten in den Rohbau von St. Ulrich eingezogen war, feierte die Gemeinde nun 300 Jahre Kirchweihe. Doch machte Rolf Luhn in seiner Festrede deutlich, dass drei Jahrhunderte eigentlich zu wenig seien: Der Historiker und Vorsitzende des Förderkreises hatte intensiv zu seiner Taufkirche geforscht und dies auf 192 Seiten in dem Buch „St. Ulrich Eigenrieden. Geschichte(n) einer Dorfkirche zwischen Hainich und Eichsfeld“ festgehalten.
Der Höhenort Eigenrieden befindet sich am Zipfel des Mühlhäuser Stadtwaldes und des Hainich und gilt als Brücke vom protestantischen Gebiet zum katholischen Eichsfeld. Hier wird bereits seit über 60 Jahren Ökumene gelebt, was insbesondere dem dort zwischen 1958 und 1997 wirkenden Pfarrer Siegfried Holzhausen zu verdanken ist. Er habe sich laut Rolf Luhn für den Erhalt des Kirchengebäudes und das christliche Leben in Eigenrieden eingesetzt. Der Pfarrer sorgte dafür, dass in der Eigenrieder Kirche am 16. Mai 1978 der erste im DDR-Fernsehen gesendete Gottesdienst aufgezeichnet wurde. Nach der deutschen Wiedervereinigung übertrug sogar der Bayerische Rundfunk zu Heiligabend das Glockenläuten aus Eigenrieden.
Zum Jubiläum in dem Mühlhäuser Ortsteil erstrahlte die innerlich und äußerlich sanierte Kirche St. Ulrich nun auch von den Grundmauern bis zur Turmspitze in frischem Glanz.
Autor:Online-Redaktion |

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