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Bibellesung nonstop am Mittelpunkt Deutschlands
Bibellesung nonstop

Foto: Urheber der Fotos:  Andreas Schmidt
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Bibellesung am Mittelpunkt Deutschlands 2026
Bibel ohne Ende
Lange schon wurde diese Idee unter evangelischen Christen in Mühlhausen bewegt und in Zusammenarbeit mit bibeltreuen Christen aus Herrnhut sowie aus ganz Deutschland kam es nun zur Umsetzung: Eine Nonstop-Bibellesung am Mittelpunkt Deutschlands in Niederdorla.
Fünf Gruppen lasen vom 04.06. bis 07.06.2026 die Bibel laut vom Anfang (1.Mose 1) bis zum Ende (Offenbarung 22) und legten somit Gottes Wort auf unser Land. Neben der innigen Berührung mit dem Buch der Bücher und der ausnahmslosen Rezitation aller 1.189 Kapitel der Heiligen Schrift war auch das Ziel aller Teilnehmer, ein besonderes Zeichen zu setzen. Das Wort Gottes in Form der Bibel sollte proklamiert, es sollte tiefe Gemeinschaft vor Ort ermöglicht und auch interessierte Menschen mit Gottes Wort bekannt gemacht werden.
Als Mitleser darf ich sagen: Es wurde alles erreicht. Alle Lese-Teilnehmer waren für einen Zeitraum von 3 Stunden damit beauftragt, die Lesung fortzuführen sowie auch als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung zu stehen. Zum Start am Donnerstag, den 04.06.2026 war unter anderem auch Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns anwesend, der mit Kapitel 1 aus Genesis – der Schöpfung – startete.

Allen Anwesenden war die Spannung anzumerken. Auch wenn einige Christen nicht zum ersten Mal an solch einer Lesung teilnahmen, musste doch ersteinmal ein gewisser Rhythmus gefunden werden. Aber das dauerte nicht lange. Jede Gruppe sorgte intern für eine reibungslose Lesereihenfolge, bei der jeweils ein Leser ein Kapitel vorlas. Am Ende der 3 Stunden war dann pünktlich die nächste Gruppe vor Ort und es gab keinerlei Verzögerungen. Was sich aber nach ca. 2 Tagen abzeichnete, war, dass die veranschlagten 85 bis 87 Stunden Gesamtdauer nicht reichen würden. Bisher gemachte Erfahrungen bezogen sich auf Lesungen, bei denen zu großen Teilen englische Übersetzungen verwendet wurden. Die deutsche Sprache ist hier ganz offensichtlich etwas ausladender, benötigt einfach eine längere Zeit beim Vorlesen.
Das Wetter zeigte sich während der 3,5 Tage von allen Seiten - Sonne, Regen, Gewitter, starker Wind, milde Stunden, Regenbogen, tolle Sonnenauf- und untergänge. Aber des Herrn Wort wandelte sich nicht; die Bibel wechselte einfach immer wieder situationsbedingt ihren Platz. So manche Bibelverse sorgten für Lacher oder für spontanes Gotteslob und Halleluja-Rufe. Das gemeinsame Lesen schweißte zusammen. Diese Gemeinschaft war besonders zu den Lesezeiten mitten in der Nacht sehr wichtig.

Natürlich enstanden auch viele Bekanntschaften, es gab intensiven Austausch. Über allem lag eine sehr wertvolle ökumenische Gemeinschaft.
Je nach Tageszeit wurde das Mittelpunkt-Denkmal von wenigen oder auch zahlreichen Menschen besucht. Es entstanden Gespräche, es wurde gefragt, was denn hier so abgeht. Aber wenn manche Passanten nur das obligatorische Erinnerungsbild am Stein machen wollten, war das auch ok.
Am Sonntagabend sollte eigentlich Projektende sein, also musste eine Lösung her.
Ab Sonntagmittag lasen 2 Gruppen parallel, so konnte der Zeitverlust ausgeglichen werden und ab 20:00 ging es in die letzte Runde: Offenbarung 1 bis 22. Jedes Kapitel wurde von einer anderen Person gelesen. Man konnte eine sehr beeindruckende andächtige Stille während der letzten ca. 90 Minuten wahrnehmen. Und dann die letzten Worte:
20 Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. – Amen, komm, Herr Jesus! 21 Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen! 
Was für eine hoffnungsvolle Zusage unseres Herrn Jesus über sein Wiederkommen.
Den Abschluss der Tage bildete ein Schofarhorn-Blasen, gemeinsames Gebet sowie eine Abendmahlsfeier direkt am Mittelpunkt. Es muss hier noch erwähnt werden, dass am Mittelpunkt in Niederdorla ein wunderbarer großer Steintisch zur Verfügung steht, der an einen Altar erinnert und an dem meistens gelesen wurde.
Was bleibt für mich nach diesen 4 Tagen mit relativ wenig Schlaf:
Es ist sehr bereichernd, dem schriftlichen Wort Gottes einmal so ausgiebig zuzuhören, ganz ohne menschliche Gedankenbeimischung.
Ich halte die Bibel für das wichtigste Buch der Welt und bin dankbar, dass mit einem solchen Projekt viel Zeit für dieses Buch entstand.
So wie wir Menschen verschieden und wertvoll sind, so sind auch unsere Lesestile, diese Unterschiedlichkeit erzeugt Farbe und lässt keine Langeweile aufkommen.
Wie toll, in der Mitte Deutschlands zu wohnen. Viele Christen sind zu uns hierher gekommen – von Mecklenburg bis Baden-Württemberg, das macht sehr dankbar. Was für ein Reichtum hat sich da gezeigt an Lebensgeschichten und Erfahrungen mit Gott und dem Evangelium.

Ich bin dankbar, dass viele Menschen diese Bibellesung möglich gemacht haben. Einige Leute aus Niederdorla haben Getränke und Snacks, sogar Schnittenteller vorbeigebracht. Lutz Großkopf hat erste Kontakte vor Ort geknüpft, Bänke und Zelte zur Verfügung gestellt bis hin zu Übernachtungsplätzen für Teilnehmer.
Annette Nötzoldt aus der Evangelischen Gemeinde Mühlhausen hat viele Organisationsfäden gespannt und war für uns geduldige Ansprechpartnerin. Nick Pease aus Herrnhut hat große Erfahrungen aus anderen Bibellesungen und aus Gebets-Projekten eingebracht. Dank an euch alle, auch die stillen Helfer! Über allem sei Gott Dank und Ehre!
Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit (2.Timotheus 3,16).

Andreas Schmidt

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Autor:

Markus Horn

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