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Wort zur Woche
Warum Gott „in“ ist

Foto: epd-bild/Heike Lyding
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Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
2. Korinther 5, Vers 17

„In sein“ – sagt man das eigentlich noch? Ich habe die KI befragt. Die hatte so ihre Schwierigkeiten. Man würde eher „angesagt sein“ oder „cool sein“ sagen, wenn man „in“ sein will.

Von Christoph Maier

Die Bedeutung „Teil einer Szene sein“ kommt dem Spruch für den Sonntag Jubilate schon ganz nahe. „In Christus sein“ meint: zur Szene der Christen dazuzugehören. Paulus dachte das zunächst ganz wörtlich, so wie ich einmal „in“ meiner Mutter war – als Baby. Ich bin „in“ meiner Familie aufgewachsen und bin noch immer „in“ Familie, selbst dann, wenn ich diese Bindung lieber los wäre. Wir sind schon immer irgendwie „in“. Es gibt kein Leben out "of the box", außerhalb etablierter Verhältnisse.

In den Leib Jesu werden wir durch die Taufe hineingeboren. „In sein“ bedeutet nicht nur „In der Kirche sein“, sondern zu diesem geheimnisvollen, unsichtbaren Leib Christi dazuzugehören, von dem Paulus spricht. Eine geistige Realität, eine Realität, die mich leibhaftig und ganz real prägt – wie das „In sein wollen“ als Teenager, das „In Familie sein“ oder all die anderen Verhältnisse, in die ich hineingeboren wurde, ohne gefragt worden zu sein.

In Christus zu sein heißt aber auch, eine neue Kreatur, eine neue Schöpfung zu sein, den Verhältnissen entrückt zu werden. „Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ Wie kann das sein? Wie ist es möglich, alle Bezüge zu übersteigen, über den Verhältnissen zu stehen, "out of the box" zu denken? Es ist möglich, weil Gott in Christus war. Der Leib Christi vereinigt uns mit Gott und verbindet uns als Geschöpfe mit dem Schöpfer, der uns unsere Verhältnisse nicht zurechnet, sondern uns mit sich versöhnt.

Gott ist „in“, wir sind „in“ – beides in Christus. Christus ist Inkarnation und Auferstehung, Weihnachten und Ostern in einem: Gott überwindet die Verhältnisse – gerade dann, wenn Verhältnisse bedrückend werden. Und das ist dann wieder ziemlich cool! 

Der Autor ist Direktor der Ev. Akademie Sachsen-Anhalt.

Foto: epd-bild/Heike Lyding
Christoph Maier | Foto: Christian Melms
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