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Religionsforum
Bedürfnis nach Spiritualität trotz Kirchenaustritten

Foto: epd-bild/Heike Lyding

Im Berliner Forum der Religionen kommen Menschen aus mehr als 100 Glaubensgemeinschaften zusammen. Ihr Credo: Das Gespräch baut Vorurteile ab.

Berlin (epd). Das Berliner Forum der Religionen sieht trotz des Mitgliederschwunds bei den großen Kirchen bei vielen Menschen ein Bedürfnis nach Religiosität. Der Mitgliederverlust bei katholischer und evangelischer Kirche sei eindeutig, „andere kleinere Gemeinschaften bleiben jedoch stabil oder verzeichnen einen dezenten Zuwachs“, sagte Forum-Geschäftsführer Michael Bäumer.

Die Suche nach Sinn oder Spiritualität bleibe vorhanden: „Das Vertrauen in institutionalisierte Religion schwindet, zumindest bei den großen Kirchen, individualisierte Formen von Religion scheinen teilweise eher attraktiv zu sein“, sagte Bäumer. Vor allem am Lebensende würden Glaube und Religiosität wieder zunehmen.
Gemeinsames Gespräch baut Vorurteile ab

Bäumer sagte mit Blick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Polarisierung, Ausgrenzung und Diskriminierung etwa in Form von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus drohten die Gesellschaft zu spalten. Dagegen orientiere sich das Forum an dem Leitspruch: „Wer miteinander spricht, sich begegnet, gewinnt Wertschätzung und Respekt gegenüber den Anderen, die anders glauben.“ Die Bereitschaft, anderen zuzuhören und deren religiösen Lebensanschauungen kennenzulernen, baue Vorurteile ab und öffne den Weg zu einem ehrlichen Austausch sowie gemeinsamen Handlungen. „In unseren Begegnungen suchen wir das Gemeinsame, ohne die Unterschiede auszublenden“, sagte Bäumer.

Jahreskonferenz im Rathaus Schöneberg

Das Berliner Forum der Religionen kommt am Mittwoch im Rathaus Schöneberg zu seiner Jahreskonferenz zusammen. „Gerade die Sichtbarmachung der großen religiösen Vielfalt Berlins, die weit über die abrahamitischen Religionen hinausgeht, ist uns ein Anliegen“, sagte Bäumer.

In dem vom Senat geförderten Verein kommen seit 2014 nach eigenen Angaben Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 100 Religionsgemeinschaften, religionsübergreifenden Zusammenschlüssen und spirituellen Gruppen zusammen. Das Berliner Forum der Religionen versteht sich dabei als Gesprächsplattform und sucht nach eigenen Angaben zudem den Austausch mit der Zivilgesellschaft.

Mitglieder des Forums engagieren sich unter anderem in der interreligiösen Bildungsarbeit mit Schülerinnen und Schülern, mit jungen Erwachsenen sowie in Dialogformaten und der Hospiz- und Palliativ-Arbeit. Zudem koordiniert das Forum die Lange Nacht der Religionen, die zuletzt Mitte September stattfand. In einem Koordinierungskreis kommen fast monatliche Ehrenamtliche zusammen.

Autor:

Online-Redaktion

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