Menschen der Woche
Gerd Schwerhoff: Für Gotteslästerungen keine Patentlösung

Gerd Schwerhoff
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Volksmusik-Star Stefanie Hertel und ihr Ehemann, der österreichische Rockmusiker Leopold „Lanny“ Lanner, wollen sich kirchlich trauen lassen, sobald die Corona-Pandemie überstanden ist. „Wir glauben an Gott“, so die 41-Jährige. Das Paar hatte bereits 2014 standesamtlich geheiratet. „Auch wenn wir nicht regelmäßig in die Kirche gehen, spüren wir die Energie, die von diesem heiligen Ort ausgeht. Wir zelebrieren kirchliche Rituale wie Weihnachten, Ostern, die Taufe.“ Ihr Mann Lanny sage immer: „Jesus ist mein Kumpel, er begleitet mich überall hin.“

Historiker Gerd Schwerhoff meint, für den Umgang mit Gotteslästerungen gibt es keine Patentlösung. Einerseits seien verletzte religiöse Gefühle ernst zu nehmen. Andererseits müsse im Blick bleiben, wie eine solche Empörung instrumentalisiert werde. Wie Schwerhoff erklärte, werde die Kontroverse schärfer, weil der Verletzung religiöser Werte zunehmend die Meinungsfreiheit wie ein sakrales Gut gegenübergestellt werde. Dann könne Blasphemie wie ein Instrument der Aufklärung erscheinen.

Soziologin Jutta Allmendinger ist der Ansicht, das Frauen und vor allem Mütter zu den Verliererinnen der Corona-Krise gehören. "Die Pandemie zeigt uns, dass die Themen von Frauen immer noch am Ende der Agenda stehen", sagte die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Durch geschlossene Schulen werde Frauen noch mehr unbezahlte Arbeit zugemutet. Das "Loblied auf Homeoffice" werde zu Unrecht gesungen, so Allmendinger. Es helfe nicht dabei, Lohnungleichheit zu beseitigen oder dabei, Frauen in Führungspositionen zu bringen. Allmendinger ist kürzlich in die Päpstliche Akademie berufen worden.

Kabarettist Eckart von Hirschhausen wünscht sich von den Kirchen mehr Engagement für den Klimaschutz. Viele internationale Vereinbarungen schwächelten durch nationale Egoismen, erklärt der Arzt und Autor. Die Kirchen blieben als einer der wenigen «Player» mit globalem Netzwerk und Verantwortungsgefühl. Die Klimakrise sei «nicht nur ein politisches Problem, sondern auch ein spirituelles», betont Hirschhausen.

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Online-Redaktion

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