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Unsere Seite 1 - Von Pfingsten und Geschenken
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„Pfingsten sind die Geschenke am Geringsten" dichtete Bertolt Brecht einst in seinen Kinderliedern. Heute kennt fast jeder diesen Satz, und er stimmt ja auch irgendwie.
Von André Poppowitsch
Kein Weihnachtsbaum, keine Osterkörbchen, kein großes Tamtam. Pfingsten kommt leise. Fünfzig Tage nach Ostern taucht es im Kalender auf, beschert uns ein langes Wochenende, und die meisten wissen beim besten Willen nicht so genau, was eigentlich gefeiert wird. Dabei wäre genau das ein Anfang.
Pfingsten feiert die Ausgießung des Heiligen Geistes – jenen Moment, in dem aus verängstigten, orientierungslosen Menschen plötzlich welche wurden, die aufstanden und redeten. Mutig und klar. Mitten in einer Welt, die ihnen nicht wohlgesonnen war.
Nun begehen wir morgen auch den Tag des Grundgesetzes. Am 23. Mai 1949 – einem Montag übrigens – trat es in Kraft, dieses kleine, unscheinbare Heft mit den großen Sätzen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar." Kein Versprechen, keine Absichtserklärung – ein Satz wie ein Fundament.
Vielleicht passt das ja besser zusammen, als es scheint. Pfingsten erinnert daran, dass der Geist nicht in Palästen wohnt, sondern in Menschen. Das Grundgesetz erinnert daran, dass Würde nicht verliehen wird, sondern gilt – von Anfang an, für alle.
Die Geschenke mögen an Pfingsten am geringsten sein. Aber manchmal sind die unscheinbaren die beständigsten.
Auch die „Glaube + Heimat“ macht mit der aktuellen Ausgabe ein Geschenk an die im vergangenen Herbst gewählten Kirchenältesten. Als Dankeschön für Ihr Engagement können Sie die Kirchenzeitung kostenfrei kennenlernen. Weitere Infos dazu finden Sie hier.
Viel Vergnügen bei der Lektüre!
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Autor:André Poppowitsch |
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