Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Dor Mansfäller kakelt liewor

Nr. 34 vom 25. August 2019 (10. Sonntag nach Trinitatis)
  • Nr. 34 vom 25. August 2019 (10. Sonntag nach Trinitatis)
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Die Bürger in Luthers lieber Stadt Eisleben sind keine übergroßen Büchernarren. Diesen Eindruck gewinnt, wer den Zahlen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Glauben schenkt. Dabei hat der "Mansfäller" längst verstanden: Lesen ist Silber, Reden ist Gold - oder Kupferschiefer, um im regionalen Bild zu bleiben.

Etwa 82 Euro pro Kopf geben die Eisleber im Jahr für Bücher aus. Das ergab eine Marktanalyse, die der Verband der Verleger und Buchhändler in dieser Woche präsentierte. Zusammen mit dem thüringischen Ilmenau bildet die Lutherstadt damit das Schlusslicht im bundesdeutschen Vergleich. Die eifrigsten Buchkäufer Deutschlands leben laut Erhebung im Rhein-Main-Gebiet. Spitzenreiter ist Bad Homburg. Hier gaben die Bürger mit 165 Euro pro Kopf mehr als das Doppelte für Bücher aus als in Eisleben. 

Was aber nun anfangen mit so einer Statistik? Erst einmal nachrechnen vielleicht: 82 Euro also. Dafür bekäme man zum Beispiel drei bis vier der nominierten Titel für den Deutschen Buchpreis 2019. Muss man auch lesen. Und - unabhängig vom Breitbandausbau - kaufen können. Das wäre in der Bergmannsstadt möglich. Die Buchhandlung in direkter Nähe zum Marktplatz gehört zwar einer großen Buchhandelskette an, versprüht aber einen heimelichen Charme, hat eine gute Auswahl und bietet freundliche und kompetente Beratung. Daran kann es also nicht liegen. Vielleicht ist es eher der "Mansfäller" an sich. Wenn er erst einmal richtig warm geworden ist, dann "kakelt" (redet) er lieber, als dass er sich mit langer Lektüre aufhält. Denn: "'S jiwett aach üwerall was zo ährfoahrn." Wer nun etwas erfahren will, der muss verstanden werden. Im Fall der Eisleber gibt es dank des findigen Gymnasiallehrers Richard Jecht bereits seit 1888 ein "Wörterbuch der Mansfelder Mundart".

Noch vor dem Verstehen aber kommt das Zuhören - unser Kerngeschäft auch in dieser Woche. In der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung geht es um eine Geschichtsstunde in Familie, stockende Aufarbeitung, das toxische Erbe der Kirche und die Frage: Wie wollen wir leben? Viel Freude beim Lesen! 

Unsere Themen:

  • Lebenserinnerung vererben: Georg Salzwedelwar Pfarrer in der Altmark und gehörte zu den ersten Mitgliedern der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste.
  • Stockende Aufarbeitung: Nach 38 Jahren bleiben die Todesumstände von Matthias Domaschk rätselhaft.
  • Streitbare Thesen:  »Kann Kirche Demokratie?«, fragt ARD-Journalist Arnd Henze in seinem Buch. Willi Wild hat mit ihm gesprochen.

Außerdem:

  • Leicht und verständlich: Pfarrer Arnulf Kaus aus Halberstadt bietet Gottesdienste in leichter Sprache an.
  • Unbequem aber wahr: Im Herbst 1989 schrieb Bischof Christoph Demke an die Mitarbeiter der Kirchenprovinz Sachsen.
  • Windhauch und Los: Gott ist bei Kohelet fast so etwas wie eine Chiffre für ein nicht durchschaubares Schicksal.

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Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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