Freitag, nach eins ...
Unsere Seite 1 - Backen mit Hildegard

G+H Nr. 51/52

Wenn die Schulcloud hängt, sich der Drucker wegen eines Papierstaus im Dauerpiepen ergeht und der Jüngste in Tränen ausbricht, weil das Tablet meldet "Nutzungslimit erreicht", wird es Zeit für etwas Analoges: Plätzchenbacken. Dieses Jahr aber verlangt nach einem Rezept für starke Nerven.

Herbert Frauenberger sei Dank, ist ein solches Rezept überliefert. Der einstige Fernsehkoch und Leiter einer Kochschule im thüringischen Ebenheim hat es aufgeschrieben in dem Bändchen "Die besten Rezepte mit ungewöhnlichen Namen", das in diesem Jahr im Buchverlag für die Frau erschien. Die Idee für die "Nervenkekse" stammt - wie sollte es anders sein - von einer Heiligen. Hildegard von Bingen (1098-1179), die katholische Universalgelehrte und erste "Health Food"-Expertin, hatte es vor etwa 900 Jahren erdacht. "Das nicht unbedingt für Naschkatzen bestimmte Gebäck sollte therapeutische Zwecke erfüllen, geschwächte Nerven stärken und Sonne in den Alltag bringen", schreibt Frauenberger in seinem Kochbuch und zitiert aus den Büchern Hildegard von Bingens, die vier bis fünf Kekse pro Tag empfohlen habe: "Iss diese oft und alle Bitternis deines Herzens und deiner Gedanken weiten sich, dein Denken wird froh."

Gute Sache, vielleicht backen wir gleich noch eine Ladung mehr!  Was es braucht, hat man mit etwas Glück sogar im Haus:

500 g Dinkelmehl
250 g weiche Butter
100 g gemahlene Mandeln
150 g flüssiger Honig
10 g gemahlener Zimt
5 g geriebene Muskatnuss
7 g Nelkenpulver
2 Eier
1 Prise Salz
1/2 TL Backpulver

Der Rest ist simpel: Teig kneten, eine Stunde kühlstellen, ausstechen und dann bei 180 Grad etwa 20 Minuten backen. Profitipp vom Küchenlaien: Wer im Herbst vorgesorgt hat, kann nach Belieben getrocknete Lavendelblüten hinzugeben. Damit liegen Sie dann voll im Trend. Der Interdisziplinäre Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde in Würzburg wählte das blaue Kraut zur Arzneipflanze des Jahres 2020.  Entdeckt durch die Klostermedizin, wird der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) seit Jahrhunderten als Heilmittel zur Beruhigung und Entspannung genutzt. Besonders wirksam ist Lavendel gegen Stress, Unruhe und Schlaflosigkeit. Schon Hildegard von Bingen erkannte Mitte des 12. Jahrhunderts die besondere Wirkung der Pflanze. Bei Schmerzen in Leber und Lunge empfahl die Benediktinerin, Speik-Lavendel mit Wein zu kochen und lauwarm zu trinken.

Et voilà, dann kann Weihnachten ja kommen. Den "Nervenkeks" zum Fest genießen Sie am besten zusammen mit unserer aktuellen Ausgabe. Die schöne Bescherung gibt es für alle G+H-Leser und die, die es werden wollen schon jetzt: Alle Beiträge lesen Sie frei zugänglich im kostenlosen E-Paper unserer Weihnachtsausgabe.

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  • Weihnachtsmeditation von Kirchenpräsident Joachim Liebig
  • Bethlehem im Burgenland: Wer auf dem Naumburger Marktplatz steht, kann das Hinweisschild kaum übersehen. So erging es auch Willi Wild bei einem Besuch der Domstadt in der Adventszeit.
  • Weihnachtsrätsel: Zu gewinnen gibt es tolle Preise
  • Weihnachtserzählung von Christoph Kuhn

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Autor:

Beatrix Heinrichs

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