Sozialstaatsreform
Caritas-Präsidentin: Entwurf ist ambitioniert

Foto:  epd-bild/Christian Ditsch

Die Bundesregierung will den Sozialstaat reformieren. Unter anderem sollen Leistungen zusammengelegt und leichter zugänglich werden. Die Caritas begrüßt die Pläne.

München (epd). Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, hält eine Reform des Sozialstaats für den richtigen Schritt. «Tatsächlich ist unser Sozialstaat durch viele Reformen so kompliziert geworden, dass es dringend wünschenswert ist, hier mal etwas zu vereinfachen», sagte sie dem Radiosender Bayern 2. Eine Reform wäre nicht nur ein Gewinn für Bürgerinnen und Bürger, sondern könne auch die Verwaltung entlasten.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zur Reform des Sozialstaats hatte am Dienstag ihre Vorschläge vorgelegt. In dem Bericht empfiehlt das Gremium, Sozialleistungen zusammenzulegen, rechtliche Grundlagen zu vereinfachen und digitaler zu werden. Das Ziel: Ein für Bürgerinnen und Bürger sowie die Verwaltung gleichermaßen einfacheres Verfahren, das transparenter und gerechter werden soll.

 Welskop-Deffaa begrüßte die Vorschläge

Die Zusammenführung von Bürgergeld, Sozialhilfe bei Erwerbsminderung und Sozialhilfe im Alter zu einer einheitlichen Leistung bezeichnete sie als «einen sehr großen Wurf», der weiterverfolgt werden sollte. «Der Entwurf ist ambitioniert, aber jetzt müssen wir miteinander darauf achten, dass die Umsetzung auch wirklich klappt.»

Der größte Fortschritt liege in der Vereinfachung und besseren Zugänglichkeit der Leistungen, sagte die Caritas-Präsidentin: «Es nützt den Menschen nichts, wenn auf dem Papier tolle Leistungen errechenbar sind, deren Zugänglichkeit aber ein Herumrennen zwischen verschiedenen Behörden erfordert, sodass in der Situation der Not die Hilfe gar nicht ankommt.»

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Online-Redaktion

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