15-Tonnen-Glocke für Magdeburger Dom
Credamus ist angekommen

Foto: Thomas Nawrath
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Die letzte und größte Glocke für das Geläut des Magdeburger Doms ist angekommen. Die in Innsbruck gegossene 15-Tonnen-Glocke kam nach erfolgreich absolvierter Klangprobe mit einem Tieflader nach Magdeburg.

Von Thomas Nawrath

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Magdeburg. Die weltgrößte Glocke einer evangelischen Kirche wurde am Dienstag im Magdeburger Dom von zahlreichen Schaulustigen begrüßt. Per Schwerlastkran wurde die Bronzeglocke Credamus („Lasst uns glauben“) über das Dompfarrhaus in den Domgarten gehoben. Wie der Förderverein Domglocken Magdeburg mitteilte, wird die bisher verhüllte Glocke am Sonntag im Beisein des mitteldeutschen Landesbischofs Friedrich Kramer und des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, öffentlich präsentiert. „Unser Ziel ist, dass alle Glocken etwa 2030/31 in den Domtürmen läuten“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins, Andreas Schumann.

Der Guss der Credamus erfolgte am 28. November vergangenen Jahres in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck (Österreich). Sie hat den tiefen Schlagton „d0“. Mit ihrem Gewicht von 15 Tonnen ist sie nach dem „Dicken Pitter“ im Kölner Dom die zweitgrößte Glocke Deutschlands.

Foto: Thomas Nawrath

Mit bisher rund 1,1 Millionen Euro haben Förderer und Spender das Glockenprojekt unterstützt. Das sei eine wunderbare Unterstützung, sagte Schumann. So konnten die Reparatur der Domenica-Glocke und der Guss von insgesamt acht neuen Glocken realisiert werden. Notwendig seien noch die Klöppel für die neuen Glocken, die sogenannten Joche sowie Läutevorrichtungen und die Herrichtung der Glockenstühle in beiden Westtürmen der gotischen Kathedrale, sagte Schumann. Das seien die nächsten Vorhaben des Vereins.

Wichtig sei aber auch die Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin des Domes. So soll auch mit Hilfe öffentlicher Gelder ein großer Riss am Mittelbau zwischen den Westtürmen behoben werden. Die Türme selbst müssten für den Einbau der Glocken und der Läutetechnik hergerichtet werden. „Spätestens am 10. Mai 2031, wenn sich die fürchterliche Zerstörung Magdeburgs im 30-jährigen Krieg zum 400. Mal jährt, sollen die Glocken wieder läuten“, sagte Schumann.

Das Geläut des Magdeburger Doms ist seit fast 500 Jahren nicht mehr vollständig. Die „Credamus“ ersetzt die historische „Maxima“, die im 16. Jahrhundert zu Boden gestürzt war. Für die Wiederherstellung des Domgeläutes mit insgesamt zwölf Glocken setzt sich seit 2018 der Förderverein Domglocken Magdeburg ein.

Martin Groß, der zweite Vorsitzende des Fördervereins, zeigte sich erfreut über die neue Glocke: „Ich muss sehr aufpassen, dass ich nicht emotional werde.“ Er war 2015 der Ideengeber für die Erneuerung des Geläuts.

epd

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Thomas Nawrath

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