»Wir haben Angst« 

Kommentar von Mirjam Petermann

Bis Sonntagabend war es für mich ein Konflikt unter vielen: Israel, Afghanistan, Nigeria oder eben Syrien. Weg-hören, umschalten, sind oft typische Reaktionen bei all den grausamen Nachrichten, die uns erreichen. Ein kurzes »Nicht schon wieder« in Gedanken und weiter gehts. Die Bilder und Meldungen berühren uns kaum noch.
Es sei denn, es betrifft jemanden, zu dem wir einen Bezug haben – und sei es nur indirekt. Seit zwei Jahren lebt Lorance, ein Freund meines Sohnes, mit seinen Eltern und seiner Schwester in Deutschland. Sie sind vor dem Krieg in Syrien geflüchtet. Seine Großeltern, so erzählte mir seine Mutter im vergangenen Jahr, wohnen in einer anderen syrischen Gegend. Dort herrsche Frieden, es gehe ihnen sehr gut.
Nun ist alles anders, sie hat Angst um ihre Eltern, denn es herrscht auch dort Krieg. Der einst sichere syrische Norden an der Grenze zur Türkei wird vom Nachbarland angegriffen – die Kritik der Weltöffentlichkeit und der Medien hält sich in Grenzen. Ziel der türkischen Angriffe ist die kurdische Miliz YPG, doch die Zivilbevölkerung ist genauso betroffen. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte geht von mindestens 46 zivilen Todesopfern, davon 13 Kindern, seit Beginn der Offensive aus.
Von den syrischen Christen der Region kam in der vergangenen Woche ein verzweifelter Hilferuf: »Wir haben Angst«, schreiben sie und fordern: »Wir rufen unsere Schwestern und Brüder auf, für uns zu beten.«
Wenn wir die Nachrichten hören und Bilder sehen, die uns täglich erreichen, erfüllt es uns oft in erster Linie mit großer Hilflosigkeit. Doch wir müssen nicht untätig bleiben, sondern haben einen Auftrag: für die vom Krieg betroffenen Menschen und die dafür Verantwortlichen zu beten.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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