Schwestern, traut euch! 

Kommentar von Christine Reizig

Als Paulus am Ende des Römerbriefes die Gemeinde grüßt, grüßt er namentlich auch Priska und Maria, Junia und Tryphosa, die Mutter des Persis und andere Frauen. Sie sind Glaubenszeuginnen, Mitgefangene, geistliche Mütter. Selbstverständlich werden sie mit und neben den Männern genannt. Dass Frauen dann im Laufe der Jahrhunderte aus leitenden und geistlichen Ämtern und Funktionen gedrängt und ausgeschlossen wurden, hatte allgemein gesellschaftliche Gründe. Was die Rückkehr zur Gleichstellung der Frauen betrifft, geht es voran. Vieles ist noch zu tun.
Nach der Gemeindekirchenratswahl in Anhalt gibt es 25 Gemeindekirchenräte, in denen ausschließlich Frauen tätig sind, sechs reine Männergremien. Die überwiegende Mehrzahl ist gemischt. Wie schön!
Demnächst sind Wahlen zur Landessynode. Da waren Frauen bisher stark unterrepräsentiert. Ich möchte die Schwestern bitten: Traut euch! Lasst euch aufstellen, leitet unsere Kirche mit! Das wird ihr gut tun. An der Gemeindebasis stehen Frauen für Beständigkeit, die anpacken, die sich anderen zuwenden und Fürsorge praktizieren, vielerorts die Mehrzahl der Gottesdienstbesucher und treue Beterinnen – gewiss nicht ausschließlich.
Ich träume von einer Kirche, in der das Geschlecht des Menschen keine Rolle spielt, wo es weder Quotenfrauen noch -männer geben muss, wo sie selbstverständlich nebeneinander stehen und handeln, eben Schwestern und Brüder sind.
Die älteste, weltweite, ökumenische Gebetsbewegung haben Frauen erfunden – den Weltgebetstag. Ich freue mich über jeden Mann, der heute mitbetet!

Die Autorin ist Landespfarrerin für Gemeindeaufbau der Evangelischen Landeskirche Anhalts.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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