Hirtenbriefe der EKM
Aufruf zur Verständigung
- Am Tag vor der Landtagswahl war noch Hoffnung bei vielen: Etwa 15.000 Teilnehmer kamen zum Magdeburger Domplatz zum Demokratiefest, zu dem auch die mitteldeutsche Kirche geladen hatte.
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Mit Hirtenbriefen wenden sich führende Vertreter der evangelischen Kirche in Sachsen-Anhalt an die Gemeinden. Angesichts von Spannungen nach der Landtagswahl rufen sie zu Hoffnung und Verständigung auf.
Von Yvonne Jennerjahn
Magdeburg/Dessau-Roßlau. Führende Vertreter der evangelischen Kirchen in Sachsen-Anhalt haben angesichts von Spannungen und Sorgen nach der Landtagswahl zu Mut und Verständigung aufgerufen. Notwendig seien offene Gespräche mit Respekt, erklärten Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer von der Evangelischen Landeskirche Anhalts und Synodenpräses Jan Brademann sowie der mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer und seine Regionalbischöfe Johann Schneider und Bettina Schlauraff in Hirtenbriefen in Dessau-Roßlau und Magdeburg.
- Es bleibt der Wunsch der Christen im Land: Die Kirche bleibt im Dorf! Hier artikuliert berim Hoffnungskulturfest in Dessau-Roßlau, eine Wooche vor der Landtagswahl.
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„Aus tiefster Überzeugung möchten wir als Kirche Menschen zusammenführen, die unterschiedliche Sichtweisen haben und sich gegenseitig zugestehen, dass sie irren können“, heißt es in dem Papier der anhaltischen Kirche. Zudem sollen die Gemeinden in Anhalt ermutigt werden, „Kirchen und Gemeindehäuser bewusst als geschützte Räume, als Orte des gemeinsamen Hörens und der Verständigung, zu öffnen“.
Spannungen offen ansprechen
Die Bischöfe der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland erklärten: „Wir bestärken Sie darin, Spannungen offen anzusprechen und Wege der Verständigung zu suchen.“ Dabei gehe es nicht darum, „vorschnelle Antworten zu geben, sondern einander aufmerksam und respektvoll zu begegnen“. Es komme nun darauf an, beieinanderzubleiben und dazu beizutragen, „dass alle hier menschenwürdig leben können“.
- Auch der mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer nutzte das Hoffnungskulturfest erine Woche vor der Wahl, um in Dessau-Roßlau mit Festbesuchern aus Kirchengemeinden und Vereinen ins Gespräch zu kommen.
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„In der Nachfolge Jesu müssen wir Stimme sein für diejenigen, die wenig gehört und an den Rand gedrängt werden“, heißt es weiter im Hirtenbrief der mitteldeutschen Bischöfe: „Wir müssen erkennbar einstehen für alle, die jetzt bedroht sind und Angst haben.“
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Vor der Wahl hätten sich viele Menschen für ein freies, weltoffenes Miteinander und für liberale Demokratie eingesetzt. Viele hätten immer wieder den Dialog gesucht und dabei Solidarität und Ermutigung erfahren. Für all Ihr Engagement gebühre ihnen Dank.
„Trost, Verständigung und Hoffnung“
Gerade in Zeiten von Anspannung und Zerstrittenheit könne die Kirche den Menschen „helfen, zur Ruhe zu kommen, ihre Gedanken und Gefühle vor Gott zu bringen und neue geistliche Orientierung zu finden“, heißt es weiter im anhaltischen Hirtenbrief. Es gehe nicht darum, Antworten geben zu müssen, sondern aufmerksam zuzuhören. Christen sollten zur Hoffnung anregen.
„Unsere Kirchen sollen und können Orte sein, an denen Menschen unabhängig von Herkunft, Überzeugung, Lebenssituation und Wahlentscheidung herzlich willkommen sind“, erklärten Wolkenhauer und Brademann. So könnten die Gemeinden „in herausfordernden Zeiten sichtbare Zeichen von Trost, Verständigung und Hoffnung setzen“.
- Anhalts Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer ließ noch am Wahlabend Kirchen etwa in Köthen und Dessau für besorgte Menschen öffnen.
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Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September erhielt die AfD 43,8 Prozent der Stimmen und wurde damit zur mit Abstand stärksten Partei im Bundesland. Die AfD ist dort vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Die evangelische Kirche steht der AfD kritisch gegenüber.
- AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gewann mit seiner Partei fast 44 Prozent bei der Landtagswahl. Das Wahlprogramm war auch eine Kampfansage gegen die Kirchen, Migranten, Kulturinstitutionen und Vereine.
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Autor:Online-Redaktion |
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