Musical über Paul Schneider
Geschichtsstunde für die ganze Familie
- Ideengeber des Musicals: Deborah und Peter Menger
- Foto: Conny Mauroner
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Es gibt Geschichten, die gehen unter die Haut. Die von Paul Schneider (1897–1939) ist so eine. Der Pfarrer war während der 1930er-Jahre Mitglied der Bekennenden Kirche und hatte sich dem nationalsozialistischen Regime nicht untergeordnet.
Von Conny Mauroner
So unterließ er es, zur Reichstagswahl die Kirchenglocke zu läuten, und er hat es gewagt, Hitlers Politik zu kritisieren. Einem Verbot zu predigen hat er sich widersetzt. Paul Schneider wurde festgenommen, gefoltert und ins KZ Buchenwald geschafft. Weil er hier bis zuletzt das Wort Gottes verkündete, wurde er auch der "Prediger von Buchenwald" genannt. 1939 haben ihn die Nationalsozialisten ermordet.
Paul Schneiders Geschichte und die seiner Frau Margarete, wird in dem Musical "Paul und Gretel – Kein Märchen" erzählt. 2023 wurde es bereits in Weimar aufgeführt. Nun gibt es einen neuen Termin. Das Musical macht im Sommer Station im Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld. "Diesmal spielen wir in Bad Blankenburg, anlässlich des 130. Jahrestages der Evangelischen Allianz", sagt Deborah Menger, die das Musical geschrieben und inszeniert hat. "Thüringen und seine Menschen haben uns schon beim ersten Besuch begeistert. Wir sind froh, zurückkommen zu dürfen. Die Weimarhalle als Veranstaltungsort war fantastisch, und wir hatten einen tollen Chor."
Seinen Ursprung hat das Musical-Projekt in Hüttenberg in Hessen, einem langjährigen Wirkungsort Schneiders. Hier haben Peter und Deborah Menger zu den Schneiders recherchiert. Sie haben Zeitzeugen und Nachkommen befragt, Originaldokumente gelesen und viele Briefe analysiert. "Wir haben uns mit Paul Schneiders gesamten Leben beschäftigt, und natürlich auch mit dem seiner Frau. Wir erzählen quasi deren Liebes- und Lebensgeschichte, angefangen von den fröhlichen, unbekümmerten Jahren. Wie sie sich kennengelernt haben, wie sie eine Familie gegründet und ein unbeschwertes Leben gelebt haben, bis hin zu den dramatischen Ereignissen und dem Tod in Buchenwald."
Die Geschichte wird familiengerecht und aus Sicht von Margarete erzählt. Sie berichtet ihren Enkeln, was mit dem Großvater geschehen ist. "Auch junge Besucher können das Musical verstehen", sagt Peter Menger, der das Stück gemeinsam mit seiner Frau erarbeitet hat. "Im Vergleich zu 2023 haben wir nur wenig an der Inszenierung verändert. Die Geschichte ist gleichgeblieben. Die Erzählweise hat sich bewährt", sagt er. Lediglich die Abläufe habe man verfeinert, um die Inszenierung etwas flüssiger zu gestalten.
Das Paar hat vier Kinder, die alle bei der Aufführung mitwirken. "Es ist ohnehin ein Mehrgenerationenstück, bei dem Jugendliche, Erwachsene und auch ältere Menschen eingebunden sind." Auch zwei Chöre aus der Region werden mit auf der Bühne stehen.
Einige Sänger aus Apolda, Weimar und dem Kirchenkreis Weimar-Apolda haben schon einmal mitgewirkt. Für andere Sängerinnen und Sänger aus Floh-Seligenthal wird die Veranstaltung in Bad Blankenburg eine Premiere sein. Insgesamt werden fast 250 Künstlerinnen und Künstler involviert sein.
Tipp:
"Paul und Gretel – kein Märchen",
8. August (19 Uhr) und 9. August (17 Uhr),
Stadthalle Bad Blankenburg
paul-und-gretel.de
Autor:Online-Redaktion |
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