Hildburghausen: Stelle nicht neu ausgeschrieben
Vertrauen statt Angst

Johannes Haak

Für Johannes Haak ist der Abschied aus dem Amt des Superintendenten im Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld auch ein Neuanfang. Im Ruhestand hat er seinen Lebensmittelpunkt nach Erfurt verlegt – und viel vor. Beatrix Heinrichs hat mit ihm gesprochen.

Hinter Ihnen liegt ein aufreibendes Jahr …
Johannes Haak:
In der Tat: Ich hatte im Sommer vergangenen Jahres einen Schlaganfall. Für mich war das ein Zeichen, dass es Zeit wird kürzer zu treten. Man kann es mit der Arbeitswut auch übertreiben. Wer seine Kirche mag, ja vielleicht sogar liebt, dem kann es schon mal passieren, dass er sich übernimmt.

Apropos: Wer übernimmt nun Ihre Stelle?
Die habe ich Pfarrer Hartwig Dede in gute Hände übergeben. Er wird als amtierender Superintendent die anliegenden Aufgaben im Kirchenkreis übernehmen. Die Stelle selbst soll aber vorerst nicht neu ausgeschrieben werden.

Wie wird sich die Zukunft des Kirchenkreises gestalten?
Das bleibt abzuwarten. Fest steht, dass es mit allen benachbarten Kirchenkreisen eine gute Zusammenarbeit gibt: mit dem Kirchenkreis Henneberger Land gibt es eine gemeinsame Notfallseelsorge, mit dem Kirchenkreis Sonneberg ein gemeinschaftliches Diakonisches Werk. Auch zu den Kirchenkreisen Meiningen oder Bad Salzungen-Dermbach gibt es traditionell gute Verbindungen. Ich selbst habe immer Wert darauf gelegt, dass wir eben diese Zusammenarbeit stärken und leben.
Unabhängig von Strukturen muss unsere Kirche auch in Zukunft eine sein, die sich der Menschen annimmt. Nur dann hat sie eine Chance. Wir dürfen keine Angst haben, denn der Herr geht mit – in diesem Vertrauen lebe ich.

Welchen Projekten geben Sie eine Chance, nun, da Sie im Ruhestand sind?
Oh, da gibt es einige Vorhaben, die ich verfolgen möchte. Da ist zum Beispiel meine ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand der Martin-Niemöller-Stiftung. Oder meine Beauftragung in der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, in der ich die EKM vertreten darf. Diese Arbeit ist mir sehr wichtig, denn in der Region Hild-burghausen hatten wir es mit diesem Thema zu tun. Auch bei der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste möchte ich mich engagieren, um jungen Menschen Mut zu machen, sich für Versöhnung einzusetzen. Eine besondere Herzensangelegenheit ist mir aber das Singen – Musik ist mein Leben. Meine Frau und ich haben uns vorgenommen, wieder in einer Kantorei mitzusingen. Darauf und auf die Beauftragung, kleinere Dienste im Kirchenkreis Erfurt zu versehen, freue ich mich. Ich möchte da sein für die Menschen mit ihren Mühen und Sorgen, gerade in den kleinen Gemeinden. Hier sind wir als Kirche gefragt.

Autor:

Beatrix Heinrichs

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