Unesco
Martinstradition ist immaterielles Kulturerbe
- Foto: epd-bild/Tim Wegner
- hochgeladen von Beatrix Heinrichs
Die rheinische Martinstradition gehört jetzt mit der «Bolzplatzkultur» zum immateriellen Kulturerbe. Insgesamt wurden fünf Traditionen neu in die Liste aufgenommen.
Bonn (epd). Die Martinstradition im Rheinland und die «Bolzplatzkultur» gehören jetzt zum Immateriellen Kulturerbe. Die Kulturministerkonferenz der Länder und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien nahmen fünf Traditionen in das bundesweite Verzeichnis auf, wie die deutsche Unesco-Kommission mitteilte.
Aufgenommen wurden auch die Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland, das Herrenschneiderhandwerk sowie die Traditionelle Kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern. Damit umfasse das Verzeichnis nun 173 kulturelle Ausdrucksformen, die in Deutschland gelebt und weitergegeben werden, hieß es.
Die Martinstradition verbinde gemeinschaftliche Bräuche wie Laternenumzüge, Martinslieder und die Darstellung der Mantelteilung zu einem festen kulturellen Ereignis im Jahreslauf, hieß es in der Begründung. Der Brauch fördere Zugehörigkeit und ein solidarisches Miteinander über Glaubenszugehörigkeiten und Weltanschauungen hinweg.
Die Bolzplatzkultur sei als niedrigschwelliger Sozial und Erfahrungsraum seit Jahrzehnten Teil der deutschen Alltags und Jugendkultur. Bolzplätze seien lebendige Orte für Aktivität und Bewegung, an denen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene miteinander ins Spiel kommen würden.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erklärte, das immaterielle Kulturerbe sei «die lebendige Wurzel unseres heutigen kulturellen Selbstverständnisses». Die Martinstradition im Rheinland vermittele Werte wie Teilen, Solidarität und Zusammenhalt über Generationen hinweg.
«Ob Bolzplatz, Handwerk oder Küstenfischerei - diese kulturellen Praktiken verbinden Generationen und prägen regionale Identität», erklärte die Präsidentin der Kulturministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration, Katharina Binz (Grüne). Der Vizepräsident der Deutschen Unesco-Kommission, Christoph Wulf, hob hervor, immaterielles Kulturerbe entstehe dort, «wo Menschen sich einbringen, Wissen teilen und kulturelle Praktiken gemeinsam gestalten».
Autor:Online-Redaktion |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.