EVA feiert 75-jähriges Bestehen
«Daseinsberechtigung war über Nacht wegegebrochen»

Im Jubiläumsjahr 2021 blickt die Evangelische Verlagsanstalt (EVA) in Leipzig auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Den gravierendsten Einschnitt habe das heute 75-jährige Verlagsunternehmen in den 1990er-Jahren hinnehmen müssen, sagte EVA-Geschäftsführer Sebastian Knöfel.

Von Katharina Rögner 

Mit dem Fall der Mauer verlor es nicht nur seine Monopolstellung als einziger evangelischer Kirchenverlag der DDR. «Die Daseinsberechtigung, die Literaturversorgung der evangelischen Gemeinden im DDR-Staat, war über Nacht förmlich weggebrochen», sagte Knöfel. Die EVA habe vor einer publizistisch völlig neuen Situation gestanden.

War in der DDR-Zeit das größte Problem die Papierbeschaffung, so musste sich der Verlag nun mit einer wirtschaftlichen Neuordnung und den veränderten Marktbedingungen arrangieren. Das Unternehmen habe mit Absatzrückgängen, neuer Konkurrenz zu evangelischen Verlagen in Westdeutschland sowie der Auflösung des Berliner Hauptsitzes erhebliche betriebswirtschaftliche Einschnitte verkraften müssen.

«Gravierende Probleme ergaben sich aus der vergleichsweise viel zu großen Personalbesetzung», sagte Knöfel, aber auch wegen den langwierigen Herstellfristen, einem unterentwickelten Vertriebssystem und dem Wegfall aller Subventionen. Von etwa 80 Mitarbeitenden in Berlin und Leipzig konnten nach 1990 nur noch vier beschäftigt werden. Aktuell seien es elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am inzwischen einzigen Standort Leipzig.

«Mittlerweile gehört die EVA deutschlandweit und international zu den titel- und auflagenstärksten theologischen Verlagen», sagte Knöfel. Von dreistelligen Auflagen im Fachbuchbereich bis zu fünfstelligen im Geschenkbuch- und Belletristikbereich sei alles vertreten. Neben theologischer Fachliteratur werden auch etliche Titel für die Gemeindepraxis angeboten. Als Beispiele nannte der Verlagschef das Begleitbuch zur jährlichen evangelischen Fastenaktion «Sieben Wochen Ohne».

Im Dezember 2020 waren die Gesellschafteranteile des Verlags neu geordnet worden. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens zog sich zurück, begründete dies mit mittelfristigen Sparvorgaben.
Ihr Anteil wurde vom bisherigen Mehrheitsgesellschafter Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) und von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) übernommen.

Autor:

Beatrix Heinrichs

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