Menschen der Woche
Warum Tramitz nicht beichtet und Nahles Papst-Fan ist
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Der Schriftsteller Navid Kermani hält wenig davon, Musik für gute Zwecke wie Demokratie, Menschenrechte oder Rechtsstaatlichkeit zu instrumentalisieren. «Ich glaube, wir werden keine besseren Menschen, wenn wir Musik hören», sagte er der «Süddeutschen Zeitung». Und doch gebe es diesen «Moment der Verbrüderung» beim Hören von Musik, sagte der 58-Jährige: «Man kann ihn als Utopie begreifen, als eine kurze Gegenwart des Himmels auf Erden, ohne ihn eins zu eins in politische Realität zu übersetzen. Allein, dass es die Möglichkeit gibt, erweitert die Wirklichkeit.»
Die Komikerin Carolin Kebekus hat ein zwiespältiges Verhältnis zur Kirche. «2013 bin ich aus der Kirche ausgetreten, eine katholische Christin aber bleibe ich», sagte die 46-Jährige dem Magazin «chrismon». Trotz ihrer Kritik an patriarchalen Strukturen und dem Umgang mit Missbrauchsopfern liege ihr etwas daran, dass Kirche nicht verschwindet. Ohne Kirche wäre die Welt sehr dunkel, sagte Kebekus. Gott sei für sie Liebe, «so eine große Kraft». Man spüre sie lebensübergreifend, auch über den Tod hinaus. Kebekus fürchtet nach eigenen Worten den Tod nicht. «Dann ist halt Feierabend», sagte sie und fügte hinzu: «Die Vorstellung ewig zu leben, finde ich schlimmer.»
Der Schauspieler Christian Tramitz ist als Kind zunächst katholisch erzogen worden, später aber zum evangelischen Glauben gewechselt. In einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» schilderte der gebürtige Münchner, dass er sich geweigert habe, in der Schule zur Beichte zu gehen: «Ich wollte keinem Fremden intime Details über mein Leben erzählen, das fand ich schon als Kind absurd», erläuterte Tramitz. Auch habe eine von ihm als schlimm beschriebene Religionslehrerin zu seiner Ablehnung beigetragen. Seine Eltern hätten ihn schließlich «in ihrer Verzweiflung» dazu überredet, zum evangelischen Glauben zu wechseln, sagte der 71-Jährige. Inzwischen sei er aber seit vielen Jahren konfessionslos.
Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, will sich von den Krisen der Gegenwart nicht entmutigen lassen und schöpft Kraft aus ihrem Glauben. «Es gab schon schlechtere Zeiten, Katholikin zu sein!», sagte Nahles der «Augsburger Allgemeinen». Ihr Glaube mache ihr Hoffnung - und Papst Leo XIV. Die Enzyklika «Magnifica humanitas» des Papstes finde sie deshalb so spannend, weil er eine menschenfreundliche KI thematisiert habe. «Ohne ethischen Kompass richtet sich KI in den Händen von superreichen Monopolisten gegen die Menschen», sagte Nahles. «Es muss Regeln geben und wir brauchen eine Teilung von Macht", so die 56-Jährige.
Autor:Online-Redaktion |

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