Herbstsynode der Landeskirche Anhalts
Veränderungsprozess auf gutem Weg

Plenum der Anhaltischen Landessynode in der Anhaltischen Diakonissenanstalt Dessau
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  • Plenum der Anhaltischen Landessynode in der Anhaltischen Diakonissenanstalt Dessau
  • Foto: Johannes Killyen / Landeskirche Anhalts
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Der Veränderungsprozess in der Evangelischen Landeskirche Anhalts ist auf einem guten Weg. Das hat Kirchenpräsident Joachim Liebig zum Auftakt der Herbsttagung der Landessynode am heutigen Freitag in der Anhaltischen Diakonissenanstalt Dessau festgestellt. Seit 2015 entwickeln sich neue Strukturen für die Arbeit in den Kirchengemeinden der Landeskirche Anhalts. Angesichts eines bestehenden und künftig zunehmenden Pfarrermangels werden andere kirchlichen Berufsgruppen aufgewertet. So haben sich in sechs Regionen der Landeskirche bereits Arbeitsgemeinschaften von Gemeinden und Verbünde von Mitarbeitenden gebildet, zu denen neben dem Pfarrdienst die Arbeitsfelder Gemeindepädagogik, Kirchenmusik und Verwaltung gehören.

„Durch diese Bündelung kann die Arbeit in den Gemeinden, gerade in den ländlichen Regionen, besser koordiniert und vielfältiger werden“, sagte Liebig. Auch die Einbeziehung von diakonischen Mitarbeitenden ist geplant. Bis zum Jahr 2025 sollen in der Landeskirche voraussichtlich 20 Verbünde gebildet werden. „Es steht jedoch fest, dass nur mit großer Bereitschaft zur wechselseitigen Akzeptanz und Zusammenarbeit der angestrebte Nutzen eines Mitarbeiterverbundes auch deutlich wird“, betonte der Kirchenpräsident.

Die Tagung hatte mit einer Andacht des Bernburger Kreisoberpfarrers Sven Baier begonnen. Der Präses der Landessynode, Christian Preissner, würdigte in seiner Eröffnungsrede die Arbeit der zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in unterschiedlichen kirchlichen Bereichen. „Sie alle verkündigen auf ihre Weise und durch ihr Tun Gottes Wort und arbeiten nach ihren Kenntnissen und besten Kräften in vielfältiger Weise diakonisch.“

Landeskirche finanziell stabil

In seinem Bericht wies Kirchenpräsident Liebig weiterhin Anfragen aus dem Finanzbeirat der Evangelischen Kirche in Deutschland an die Zukunftsfähigkeit der Landeskirche Anhalts zurück. Ein bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Auftrag gegebenes Gutachten habe die finanzielle Stabilität der Landeskirche belegt. „Wir müssen freilich damit umgehen, dass die Zahl unserer Mitglieder weiter zurückgeht. Gerade an Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren fehlt es.“ Die Gründe dafür seien ganz unterschiedlicher Art, nicht zuletzt spielten Demografie und Abwanderung eine Rolle. Ganz sicher liege der Rückgang jedoch nicht an mangelnder Einsatzfreude der Mitarbeitenden im Haupt-, Neben- und Ehrenamt. „Es bleibt uns – und das ist sehr viel –, mit freundlichem Fleiß, in einer verwirrenden Welt erkennbar und einladend auf die Menschen in unserer Region zuzugehen und auch durch das eigene Leben werbend für unsere zentrale Botschaft einzustehen.“ Liebig rief dazu auf, sich von geringeren Mitgliederzahlen nicht einschüchtern zu lassen, sondern Probleme zuversichtlich anzugehen.

Vor dem Hintergrund des Anschlages auf die Synagoge in Halle im Oktober und den anschließenden Gewalttaten sagte der Kirchenpräsident: „Es bleibt unerträglich und in keiner Weise hinnehmbar, wenn Menschen jüdischen Glaubens in unserer Mitte sich erneut wegen ihres Glaubens fürchten müssen. In den 2000 Jahren Kirchengeschichte waren es nicht zuletzt die Kirchen, die der moralischen Pest des Antisemitismus Grundlage gaben. Die Erfahrungen gerade des 20. Jahrhunderts erlauben keine andere Deutung, als in jeder Umgebung und bei jeder Gelegenheit gesellschaftsspaltenden und amoralischen Gedanken, wie es der Antisemitismus ist, beherzt entgegenzutreten.“

Im weiteren Verlauf ihrer Herbsttagung berät die Landessynode unter anderem um den Haushalt für 2020 und den Umgang mit Pfarrhäusern.

Weitere Infos: www.landeskirche-anhalts.de/landeskirche/synode

Hintergrund: Landessynode und Landeskirche

Die Landessynode ist mit dem Landeskirchenrat und der Kirchenleitung eines der drei Leitungsgremien der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Die Synode besteht aus 33 von den Ältesten der Kirchenkreise gewählten sowie sechs von der Kirchenleitung berufenen Synodalen und zwei Jugendsynodalen. Zwei Drittel der Synodalen sind Nichttheologen, ein Drittel Theologen. Die Landessynode kommt regelmäßig zwei Mal im Jahr zu Tagungen zusammen, dazwischen arbeiten die Synodalen in Ausschüssen. Die Evangelische Landeskirche Anhalts hat 30.900 Gemeindeglieder, die in 143 selbstständigen Kirchengemeinden leben. Die Gemeinden sind in den fünf Kirchenkreisen Ballenstedt, Bernburg, Dessau, Köthen und Zerbst zusammengefasst.

Plenum der Anhaltischen Landessynode in der Anhaltischen Diakonissenanstalt Dessau
Kirchenpräsident Liebig bei der Herbsttagung der Landessynode der Ev. Landeskirche Anhalts in der Anhaltischen Diakonissenanstalt Dessau
Autor:

Johannes Killyen aus Landeskirche Anhalts

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