EKM Synode
Lieder aus Mitteldeutschland für das neue EG

Zwei Lieder von Kirchenmusikern der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) haben es in den Stammteil des neuen Evangelischen Gesangbuches geschafft. Das erfuhren die Synodalen zur Frühjahrstagung der Landessynode in Erfurt. Außerdem starten heute (24. April) die Beratungen zum Schwerpunktthema „Kirche – die zukünftige suchen wir…“.

Wie die Mitglieder der Gesangbuchkommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus der EKM die Synodalen informierten, liegt die Liederliste vor. Aus der EKM sind die Lieder „Du suchst mich“ von Andreas Mücksch (Pauluskirche, Halle) und das „Wernigeröder Gloria“ von Olaf Engel (Kreiskantor Kirchenkreis Halberstadt) enthalten. Gerhard Schöne mit „Die güldne Sonne“ und „Jesu, meine Freude“, Manfred Schlenker mit „Komm in unsere stolze Welt“ sowie Klaus-Peter Hertzsch mit „Vertraut den neuen Wegen“ wurden als weitere Autoren aus Mitteldeutschland genannt.

Für den Stammteil des Gesangbuches sind 600 Lieder und 250 Texte vorgesehen, in einer „ausgewogenen Zusammenstellung zwischen Tradition und Innovation“, wie es hieß. Die Auswahl sorgt für Diskussionen, wie sich auch zur Synode zeigte. Als Beispiel für ein polarisierendes Lied nannte Landeskirchenmusikdirektorin (LKMD) Ingrid Kasper das Lied „Lobet die Eine“, das auf die Melodie von „Lobe den Herren“ weibliche Gottesbilder besingt. Mehr als die Hälfte der Lieder stammen von Autoren aus dem 20. und 21. Jahrhundert, in der digitalen Ausgabe fast dreiviertel der Autoren. Die meisten Lieder kommen aus den deutschsprachigen Ländern, 37 Prozent sind aus allen Teilen der Welt und nehmen so die internationale Ökumene in den Blick. Inhaltlich strukturiert ist das Gesangbuch unter dem Thema Zeit – dem Rhythmus von Tag, Kirchen- und Natur-Jahr, im Gottesdienst, Alltag und in der Lebenszeit. Rückmeldungen zum Erprobungsband sind auf der Seite des Zentrums für Kirchenmusik möglich: https://www.kirchenmusik-ekm.de/aktuelles/neues-gesangbuch.

Bis zum 31. Juli können die Landeskirchen der EKD-Gesangbuchkommission Rückmeldungen geben. Vom 26. bis 28. Oktober tagt dann die Kommission in Erfurt im Augustinerkloster, um die Erprobungsphase auszuwerten. Ingrid Kasper kündigt mehrere öffentliche Veranstaltungen an, unter anderem wird das „Enchiridion“ als einzig erhaltenes Exemplar des ersten in Erfurt edierten Gesangbuches zu bewundern sein. Im März 2027 soll die Liedauswahl endgültig beschlossen werden. Bis dahin läuft unter anderem die Redaktionsarbeit, zum Beispiel zu Text- und Melodiefassungen sowie rechtlichen Fragen.

Mitte des Jahres 2029 soll das Gesangbuch eingeführt werden. Es sind auch Ausgaben im Großdruck, als Schmuckausgabe und mit Akkordsymbolen geplant. Die Erstauflage soll bis zu 1 Million betragen. Die digitale Ausgabe enthält unter anderem PC-Software, eine App fürs Smartphone und die Kreativplattform https://mitsingen.de/. Zahlreiche Begleitpublikationen wie Tastenbücher, Chor-, Bläser und Klavierausgaben sind bereits in Arbeit. Auf der Seite des Zentrums Kirchenmusik der EKM gibt es alle Informationen wie die vorläufige Liederliste.
https://www.kirchenmusik-ekm.de/aktuelles/neues-gesangbuch www.ekd.de/evangelisches-gesangbuch

Heute Vormittag befassen sich die Synodalen mit dem Schwerpunktthema „Kirche – die zukünftige suchen wir…“. „Ehrenamtliche und Hauptamtliche, Menschen aller Generationen, Erfahrene und Menschen mit frischen Ideen - wir kommen miteinander ins Gespräch, damit wir uns gemeinsam auf den Weg machen können“, kündigte Petra Schwermann, Dezernentin für Bildung und Gemeinde, an. Erste Gespräche werden heute geführt – beim Spaziergang in der Stadt und in Gruppen. Zusätzlich zu den Jugendsynodalen sind Jugendliche aus der kirchlichen Arbeit mit dabei.

„Als Kirche in Thüringen und in Sachsen-Anhalt sind uns Veränderungsprozesse nicht fremd. Wir haben bereits im Jahr 2009 den Weg zu einer gemeinsamen Kirche in Mitteldeutschland gefunden. Nun deuten alle Zeichen darauf hin, dass weitere Veränderungen noch schneller kommen, als wir gedacht oder befürchtet haben. Wir können es also nicht auf später verschieben, Wege zu ebnen, die in die Zukunft führen, weiter zu denken, oder Neues, vielleicht Ungewohntes, zu probieren“, betonte Petra Schwermann in ihrer Einführung.

Eine Phase des „Sammelns und Erkundens“ sei nun in den Gemeinden, Kirchenkreisen, Dezernaten, Einrichtungen/Werken, Erprobungsräumen, der Diakonie, den Schulen, Kitas etc. geplant. Gelingende Formate sollen sichtbar werden, die Bedürfnisse der Menschen sowie gesellschaftliche Trends sollen erkundet und Erfahrungen anderer Landeskirchen, aus der Ökumene sowie den Erprobungsräumen in der EKM einbezogen werden. Zur Frühjahrssynode 2027 sollen dann Zukunftsbilder erarbeitet und Umsetzungsstrategien entwickelt werden. „Wir wollen nicht einstimmen in die Untergangsreden, trotz sinkender Finanzen und weniger Mitglieder, und trotz des scharfen Windes, der uns entgegenweht“, betonte Petra Schwermann.

Hintergrund:
Die Landessynode besteht aus 84 gewählten, berufenen und solchen Mitgliedern, die ihr von Amts wegen angehören. Sie verkörpert die Einheit und Vielfalt der Gemeinden, Kirchenkreise, Dienste und Einrichtungen der Landeskirche. Zu den Aufgaben der Abgeordneten, der Synodalen, gehören unter anderem die Kirchengesetzgebung und der Beschluss über den Haushaltsplan; die Synode nimmt Berichte des Landesbischofs, des Landeskirchenrates und des Landeskirchenamtes entgegen und kann ihnen Aufträge erteilen. Die Landessynode tritt in der Regel zweimal im Jahr zu mehrtägigen Sitzungen zusammen.

Hinweise:
Die Landessynode tagt im Landeskirchenamt in Erfurt und ist öffentlich. Der Ablaufplan sowie sämtliche Unterlagen zu der Synodentagung finden sich unter: www.ekmd.de/kirche/landessynode/tagungen/11-tagung-der-iii-landessynode-vom-23-bis-25-april-2026-in-erfurt.html
Die Synodentagung kann im Livestream unter www.ekmd.de/synode verfolgt bzw. nachträglich angeschaut werden.

Autor:

susanne sobko

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