Wort zur Woche
Erben ist keine Hängematte
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Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe
erwählt hat!
Psalm 33, Vers 12
Wohlfühl-Worte. Eingebettet in Staunen, Ehrfurcht und Vertrauen. Unter dem Sommer-Sternenhimmel staune ich gern mit über die Wunder der Erde. Voller Ehrfurcht gegenüber Gottes Schöpfermacht. Und im Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit und Güte. Trotz allem, was die Erdenkinder so anrichten. Erwählt-Sein klingt wunderbar. Doch zoomen wir den Wochenspruch näher ran: Das ist nichts für irgendeine wohlige Hängematte aus frommer Selbstsicherheit! Schon deshalb nicht, weil er in der Hebräischen Bibel steht. Ich glaube ja, dass ich als Christ auch gemeint bin. Dass wir durch den Juden Jesus mit dazugehören zu Gottes Volk. Aber mit Sicherheit hat das nichts zu tun. Eher mit heilsamer Verunsicherung, die mich herausfordert, genau hinzuschauen in die Familie Gottes. Wer gehört zu den Erben? Welches Volk ist erwählt?
Möglicherweise nicht alle, die den israelischen Pass haben. Möglicherweise nicht alle, die zu Jesus sagen: Herr, Herr! Möglicherweise nicht alle, die sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Möglicherweise aber doch sie alle. Und alle anderen auch? Ja, möglicherweise. Im Psalm 33, Vers 13 heißt es: Gott schaut vom Himmel und sieht alle Menschenkinder. Gott hat alle im Blick. Wer ist erwählt? Wer nicht? Was ist mit den anderen? Gibt Gott jemanden in alle Ewigkeit verloren?
Ich erinnere mich gut an den Streit mit einer Freundin. Darüber, ob es eine Hölle gibt oder nicht. Spannendes Thema – und doch Zeitverschwendung. Wir können es nicht wissen. Was wir aber machen können: Schauen, was wir schon geerbt haben. Was uns tatsächlich zu Jesu Schwestern und Brüdern macht: Gottes Willen tun, Hungrige speisen, Fremde aufnehmen, Kranke und Gefangene besuchen. All das ist zusammengefasst im Dreifach-Gebot der Liebe. Wenn das gelingt, diese Balance aus Liebe zu Gott, zu meinen Nächsten, zu mir selbst – das hat tatsächlich viel mit Wohlfühlen zu tun. Eingebettet in Staunen und Ehrfurcht und Vertrauen kann das heute schon glücklich machen.
Angela Fuhrmann, Pfarrerin i. R., Weimar
Autor:Online-Redaktion |
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