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Beiträge zum Thema Fenster

Feuilleton

De ecclesia - quae se intellegere debet
Erkenntnis und Interesse

Die Kirche hat sich zu allen Zeiten als Trägerin der Wahrheit verstehen wollen – wohl nicht als deren Besitzerin, aber zumindest als deren Dienerin. In dieser Haltung liegen Größe und Gefahr zugleich. Denn wo Wahrheit bezeugt wird, stellt sich unweigerlich die Frage nach den Bedingungen eines solchen Zeugnisses. Ist das, was die Kirche lehrt, reine Durchgabe von altem „Wissen”? Oder ist dieses Wissen bereits durchzogen von jenen Kräften, die alles menschliche Erkennen begleiten -...

Feuilleton

Du, du ...
... gehst an mir vorbei

Es war eine dieser Dorfkirchen, die schon lange verschlossen sind. Nicht böswillig verschlossen, nicht feindselig – eher wie ein altes Haus, dessen Bewohner ausgezogen sind und das nun auf nichts mehr wartet. Höchstens darauf, dass jemand sich erinnert, wozu es einmal da gewesen ist. Die Frau, die dort vorbeikam, hieß Johanna Katharina. Sie war eine von jenen Menschen, die man früher als empfindsam bezeichnet hätte und später als medial. In ihrer Jugend hatte sie Wünschelruten geführt und...

Glaube und Alltag

Griechische Mythen in christlicher Deutung
Poros und Penia

Der Mythos von Penia und Poros ist eine der dichtesten, zugleich unerquicklichsten Erzählungen der antiken Philosophie. Überliefert ist er im Symposion, in jener berühmten Rede der Diotima, durch die Sokrates darüber belehrt wird, was oder wer Eros sei. Die Geschichte ist kurz – und von einer eigentümlichen Sprödigkeit: Als Aphrodite geboren ward, feierten die Götter ein Fest. Unter ihnen ist Poros, dessen Name „Weg“, „Ausweg“, „Möglichkeit“ bedeutet: eine Gestalt des geistigen Reichtums, der...

Feuilleton

DIE FRAGE

Es geschah zwar nicht im Anfang der Welt, aber doch an einem jener Punkte, an denen die Welt noch formbar war. Etwa dreihundert Jahre nach der Zeitrechnung, als Rom bereits alles besessen hatte außer Gewissheit, saß Konstantin, der Kaiser des neuen Roms, nicht mehr als Gott, aber noch als junger Mann zwischen allen Zeiten und Stühlen. Er war ein Lernender, ein Hörender, ein noch nicht Gefestigter – unsicher genug, um vom Weltenschicksal selbst befragt zu werden. Die Frage kam nicht aus dem Lärm...

Glaube und Alltag

AHASVERS ABENTEUER
ADVENTURIA ECCLESIAE

Es gibt eine sonderbar anmutende Ähnlichkeit im Blick auf unsere Kirche und die Legende von Ahasver. Beider Zusammenhang erschließt sich vollständig erst dann, wenn man die beteiligten Gestalten nicht nur institutionell bzw. historisch-kritisch betrachtet, sondern mit einem tieferen geistlichen Selbstverständnis wahrzunehmen versucht. Genau das wird möglich wenn man mit Hilfe der Phantasie das Sichtbare durchschreitet, um das Unsichtbare zu suchen und wo man begreift, dass die Kirche nicht...

Feuilleton

die Kirche
und die Geisterbahn

Die Geschichte des Herrn Albinus Fahlberg Es war, als habe das Schicksal diesem Mann, dessen Name schon in sich etwas spröde Würdevolles, zugleich aber auch Verschroben-Komisches barg, den Weg ins Schaustellergewerbe vorgeschrieben, ohne ihn je gefragt zu haben, ob er diesen Weg auch wirklich wollte. Albinus Fahlberg, Sohn eines Kürschners aus Gotha, hatte nie den Sinn für die große Welt der Warenmärkte, aber früh eine unerklärliche Neigung zum Theater des Grotesken, zur Bühne des Schrecklichen...

Aktuelles

der seltsame Besuch (I)
mitten unter uns

„Zumindest existierte hier früher einmal eine vernunftbegabte Lebensform“ lachte RE-CHUS-EB in die Richtung von XEF-IT-NOP, der gerade den nächsten Quadranten einscannte. Routinearbeit. Schweigend arbeiteten die zwei Besucher mehrere Stunden nebeneinanderher und summten dabei gemeinsam leise vor sich hin. Unbemerkt von NASA, Mosad und dem russischen Geheimdienst hatten sie sich in den Orbit des Erdplaneten einschleusen können und waren mit ihrem als schnittiges Raumschiff getarnten...

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