Neue Glocke wird präsentiert
Lasst uns glauben

Begeisterung bei Jung und Alt über die  Präsentation der neuen Domglocken - hier 2023 . Ein ähnlicher Ansturm dürfte auch am 24. Mai 2026 bei der Vorstellung der Credamus-Glocke im Magdeburger Dom herrschen. | Foto: epd-bild/Viktoria Kuehne
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  • Begeisterung bei Jung und Alt über die Präsentation der neuen Domglocken - hier 2023 . Ein ähnlicher Ansturm dürfte auch am 24. Mai 2026 bei der Vorstellung der Credamus-Glocke im Magdeburger Dom herrschen.
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Die letzte und größte der fehlenden Glocken für das neue Geläut des Magdeburger Doms wurde im November gegossen. Am 24. Mai soll die "Credamus" der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Von Thomas Nawrath

Magdeburg. Die weltweit größte Glocke einer evangelischen Kathedrale wird am 24. Mai in Magdeburg der Öffentlichkeit vorgestellt. Damit seien alle zwölf Glocken für das künftige neue Geläut des Magdeburger Doms komplett, teilte der Förderverein Domglocken Magdeburg mit. Die neue Credamus-Glocke („Lasst uns glauben“) war am 28. November 2025 in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck (Österreich) gegossen worden. Mit 14,99 Tonnen Gewicht sei sie nicht nur die größte Glocke des Magdeburger Doms, sondern die weltweit größte Glocke einer evangelischen Kathedrale und nach dem „Dicken Pitter“ im Kölner Dom die zweitgrößte Glocke Deutschlands.

Am 5. Mai erfolge in Österreich noch die Klangprüfung durch die Glockengießerei und den Glockensachverständigen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, bevor etwa am 19. Mai der Transport nach Magdeburg stattfinden soll. Zu einer Feierstunde am 24. Mai im Dom zu Magdeburg werden auch Landesbischof Friedrich Kramer und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) erwartet. Neben den Glockengießern werde auch der Künstler Gert Weber, der die Glockenzier für die insgesamt acht neu gegossenen Glocken realisiert hat, anwesend sein.

Im Oktober 2022 wurde die Amemus-Glocke im Magdeburger Dom präsentiert. Der Thüringer Künstler Gert Weber gestaltete die Glockenzier aller acht neu gegossenen Glocken für die Magdeburger Dom - so auch für die Credamus, die am 24. Mai 2026 der Öffentlichkeit präsentiert wird. | Foto: epd-bild/Jens Schlüter
  • Im Oktober 2022 wurde die Amemus-Glocke im Magdeburger Dom präsentiert. Der Thüringer Künstler Gert Weber gestaltete die Glockenzier aller acht neu gegossenen Glocken für die Magdeburger Dom - so auch für die Credamus, die am 24. Mai 2026 der Öffentlichkeit präsentiert wird.
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Die Anfänge der Domglocken

Der gotische Dom St. Mauritius und Katharina wurde im Jahre 1363 geweiht. Bereits aus dieser Zeit stammt die älteste erhaltene Glocke Magdeburgs, die „Orate“ („Lasst uns beten“) im Dachreiter. Sie wurde wohl im 13. Jahrhundert gegossen. Nach Reparaturen wurde sie 1994 wieder in Betrieb genommen und kündigt das Mittagsgebet im Dom an.

Im nördlichen der beiden Osttürme des Doms gab es spätesten ab 1446 Glocken, die zu den Gottesdiensten des Domkapitels geläutet wurden. Bis heute sind noch die Öffnungen für die Läuteseile in den Gewölbedecken erhalten. Die letzten sechs Glocken wurden 1827 entfernt, als im Zuge der preußischen Domsanierung ein Fachwerkaufsatz mit Glockenstuhl abgebaut wurde.

Frühere Glocken des Doms

Von den ursprünglich etwa 12 bis 15 Glocken des Doms sind heute nur noch vier Läuteglocken und eine Uhrschlagglocke („Schelle“) erhalten. Vermutlich wurden die meisten verlorenen Klangkörper im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 und im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zu Kanonen verarbeitet.

Für den südlichen Westturm hatte der Danziger Glockengießer Meister Heinrich 1468 die „Maxima“ ("die Größte") gegossen, die angeblich 200 Zentner, also zehn Tonnen, gewogen hat. Nachdem sie bereits 1521 einen Sprung bekam, sollte sie während des Schmalkaldischen Krieges zum Kanonenguss genutzt werden. Bei der versuchten Demontage stürzte die Maxima jedoch ab und riss sämtliche hölzernen Zwischendecken des Südturms in die Tiefe.

Die gotische Kathedrale St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg soll bald wieder einharmonisches Geläut aus 12 Läuteglocken besitzen. Am 24. Mai 2026 wird die größte Glocke, die Credamus, in Magdeburg der Öffentlichkeit präsentiert. | Foto: epd-bild/Steffen Schellhorn
  • Die gotische Kathedrale St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg soll bald wieder einharmonisches Geläut aus 12 Läuteglocken besitzen. Am 24. Mai 2026 wird die größte Glocke, die Credamus, in Magdeburg der Öffentlichkeit präsentiert.
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Das Geläut des Nordturms

Das Geläut beschränkt sich heute auf drei Läuteglocken im nördlichen Westturm und die „Orate“ auf dem Dachreiter. Die „Osanna“ („Lasst uns loben“) wiegt 8,8 Tonnen und wurde im 15. Jahrhundert gegossen. Seit dem Absturz der „Maxima“ ist sie die größte Glocke des Doms. Wegen Rissen musste die Glocke in den Jahren 1574, 1586, 1658 und 1702 umgegossen werden.

Die „Apostolica“ („Lasst uns vergeben“) ist mit 4,98 Tonnen Gewicht die „Werktagsglocke“ und wird wegen ihrer Klangschönheit gerühmt. Ihre erste Erwähnung fällt in die Jahre 1445/1446. Im Jahre 1567 wurde sie an ihren jetzigen Platz gehoben. Auch sie musste 1593 und 1690 wegen Rissen umgegossen werden.
Um die 1575 in Magdeburg gegossene „Dominica“ („Sonntag“) zu läuten, wurden früher drei Personen benötigt. Die „Dominica“, die normalerweise zum Sonntagsgottesdienst ruft, wurde 2004 wegen zahlreicher Schäden stillgelegt und 2019 zur Reparatur aus dem Turm gehoben.

Die neuen Domglocken

Die acht neuen Glocken sind die „Amemus“ („Lasst uns lieben“, gegossen 2022) mit 6,5 Tonnen Gewicht, die „Cantemus“ („Lasst uns singen“, 2023) mit 1,7 Tonnen, die „Benedicamus“ („Lasst uns segnen“, 2022) mit 1,3 Tonnen, die „Queramur“ („Lasst uns klagen“, 2023) mit 910 Kilogramm, die „Dubitemus“ („Lasst uns zweifeln“, 2023) mit 820 Kilogramm, die „Resistamus“ („Lasst uns widerstehen“, 2023) mit 580 Kilogramm, die „Speremus“ („Lasst uns hoffen“, 2023) mit 440 Kilogramm sowie die „Credamus“ („Lasst uns glauben“, 2025) mit fast 15 Tonnen.

Mit dem im November 2025 durchgeführten Guss der „Credamus“ in Inssbruck sind die Glocken für das neue Geläut komplett. Am 24. Mai soll die neue Glocke im Magdeburger Doms der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nach Angaben des Fördervereins ist sie mit 14,99 Tonnen Gewicht die weltweit größte Glocke in einer evangelischen Kathedrale und nach dem „Dicken Pitter“ im Kölner Dom die zweitgrößte Glocke Deutschlands.

Ehrenamtliches Engagement für Millionenprojekt

Dank des 2018 gegründeten Fördervereins Domglocken Magdeburg e. V. kam das Vorhaben "neue Domglocken" endlich in Fahrt. Mittlerweile kamen allein an Spenden mehr als eine Million Euro zusammen, hieß es.  Die Kosten für den Guss der acht neuen Glocken und die Überarbeitung des vorhandenen Geläuts schätzte man 2021 auf 2,5 Millionen Euro. Allein der Guss der „Credamus“ habe nun 400.000 Euro gekostet. Für die Arbeiten an den Türmen zur Aufnahme des Geläuts und die entsprechenden Glockenstühle wird mit weiteren 6 Millionen Euro Kosten geplant.

epd

Begeisterung bei Jung und Alt über die  Präsentation der neuen Domglocken - hier 2023 . Ein ähnlicher Ansturm dürfte auch am 24. Mai 2026 bei der Vorstellung der Credamus-Glocke im Magdeburger Dom herrschen. | Foto: epd-bild/Viktoria Kuehne
Die gotische Kathedrale St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg soll bald wieder einharmonisches Geläut aus 12 Läuteglocken besitzen. Am 24. Mai 2026 wird die größte Glocke, die Credamus, in Magdeburg der Öffentlichkeit präsentiert. | Foto: epd-bild/Steffen Schellhorn
Im Oktober 2022 wurde die Amemus-Glocke im Magdeburger Dom präsentiert. Der Thüringer Künstler Gert Weber gestaltete die Glockenzier aller acht neu gegossenen Glocken für die Magdeburger Dom - so auch für die Credamus, die am 24. Mai 2026 der Öffentlichkeit präsentiert wird. | Foto: epd-bild/Jens Schlüter
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Thomas Nawrath

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