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Seelentröster gesucht

Willi Wild, Chefredakteur
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Eine Mutter erzählte mir, dass ihre beiden Kinder mit Gott nichts mehr anfangen können. Klimawandel, Corona-Pandemie, Flutkatastrophe – was kommt als nächstes? Und wo ist Gott? Klingt da die Seligpreisung aus Matthäus 5, Vers 4, nicht wie Hohn? „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“
Trost, was ist das? Wenn es heißt: „Es wird schon wieder!“ Oder: „Wir schaffen das!“? Gefühle der Angst und Hilflosigkeit überfallen uns angesichts der Katastrophen und Untergangsvisionen. Wie geht es weiter? Kommt im Herbst die nächste Corona-Welle? Wird es einen weiteren Lockdown geben? Depression, Resignation und Mutlosigkeit greifen um sich.
Auch die Bibel kennt trostlose Krisenzeiten. Jesus schreit es am Kreuz heraus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Im Alten Testament lesen wir vom babylonischen Exil des Volkes Israel. Wir kennen die Märtyrer-Geschichten, Menschen, die gerade wegen ihres Glaubens verfolgt, gequält und getötet wurden. Und immer wieder die alte Frage: Warum lässt Gott das zu?
Es gibt keine einfachen Antworten, oft gibt es gar keine. „Der Mensch ist ein trostsuchendes Wesen“, sagte der Philosoph Georg Simmel. Trost sei etwas anderes als Hilfe. Trost kann das Leiden selbst nicht ändern. Aber Trost könne sozusagen das Leiden am Leiden aufheben, so Simmel. Das spüren wir, wenn uns jemand in den Arm nimmt oder wir uns an einer Schulter anlehnen und ja, auch ausheulen können.
Im Alten Testament lässt Gott den Propheten Jesaja sagen: „Tröstet, tröstet mein Volk!“ Der Auftrag, Seelentröster zu sein, gilt bis heute. Und wenn wir mutlos sind, beten wir darum, getröstet zu werden.
Willi Wild

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