Kommentar
Rettet den Kindergarten

Von Harald Krille

Die Idee des Kindergartens verdankt die Welt dem Thüringer Pädagogen Friedrich Fröbel. Für seine 1840 in Bad Blankenburg eröffnete Einrichtung, in der die Trias von Bildung, Erziehung und Betreuung verwirklicht wurde, sah er im Garten als geschützten und gestalteten Lebensraum die passende Assoziation. So unterschiedlich die pädagogischen Konzepte bei der Betreuung von Kindern inzwischen auch sind, der Dreiklang von Bildung, Erziehung und Betreuung hat Gültigkeit bis heute. Und: In vielen Sprachen der Welt wurde neben dem Inhalt auch der Begriff Kindergarten wortwörtlich übernommen.
In seinem deutschen Ursprungsland allerdings gehört das Wort inzwischen zur aussterbenden Art. Im öffentlichen Sprachgebrauch, auch in Kirche und Diakonie, zunehmend verdrängt von dem technisch-bürokratischen Sammelbegriff Kindertageseinrichtung. Oder, noch schlimmer, vom Kürzel »Kita«.
Dass sich nun eine Kampagne des Thüringer Fröbel-Kreises zum Ziel gesetzt hat, das Wort Kindergarten wieder in den offiziellen Sprachgebrauch zurückzuholen, ist sicher mehr als löblich (siehe Seite 2), und trifft etwa auch bei den »Kita«-Fachberatern der Diakonie Mitteldeutschland und Sachsen durchaus auf Sympathie. Dennoch verweisen diese zu Recht darauf, dass der in den entsprechenden Gesetzestexten verwendete sperrige Begriff der Kindertageseinrichtung kaum ersetzt werden kann. Umfasst dieser doch neben dem Kindergarten für die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen auch die vorgelagerte Kinderkrippe, den Schulhort oder die Kindertagespflege.
Doch zumindest da, wo von einer Einrichtung für die entsprechende Altersgruppe die Rede ist, gilt: Wo Kindergarten drin ist, sollte auch Kindergarten draufstehen.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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