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krasse Geschichten

Beiträge zum Thema krasse Geschichten

Feuilleton

Krasse Geschichten (Teil 3.2)
Man tut was man kann

Des herzoglichen Kutschers Philipp Schelers Geschichte von dem mutigen Straßen-Sperling hatte dann den letzten Ausschlag gegeben. Man musste es probieren. Man musste so tun, als ob es gelänge. Jeder muss das tun, was er kann. Man muss manchmal sogar etwas tun, was man nicht kann. Es gilt alles zu wagen … Schon lange vor dem Jahr 1687 ließ Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg den Weinkeller des Schlosses Friedenstein im Südflügel zu einem Laboratorium umrüsten. Mit Regalen, einer...

Feuilleton

Krasse Geschichten (Teil 3.1)
DER SPERLING - ODER WIE ALLES BEGANN

Man muss sich die Verhältnisse vergegenwärtigen, unter denen ein Herzog wie Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg zu regieren hatte: ein Land von zersplitterter Gestalt, hervorgegangen aus jener großen Teilung, die den ernestinischen Besitz Ernst des Frommen in kleinere, doch nicht minder aufwendig zu unterhaltende Höfe zerlegt hatten, jeder mit seinem Anspruch auf Repräsentation, Ordnung und Dauer. Die Mittel hingegen standen in keinem angemessenen Verhältnis zu diesen Ansprüchen; es war...

Feuilleton

KRASSE GESCHICHTEN (Teil 2)
IN GERASA - Markus 5

Es war eine Gegend, in der Dinge nicht gern benannt werden. Selbst Wind, der vom See herüber wehte, schien sich zu scheuen, eindeutig zu sein. Als wüsste er, daß jedes Geräusch das aufwecken könnte, was besser ruhen sollte. Auch die Hügel schienen dem zuzustimmen. Grau lagen sie da, von einer gleichgültigen Beständigkeit und zwischen ihnen zogen sich alte Grabeshöhlen hin wie vergessene Gedanken. Dort lebte ein Mann. Der Mann. Sollte man nicht lieber sagen, dass er hauste? Nein, auch das wäre...

Feuilleton

KRASSE GESCHICHTEN (Teil 1)
HANANIAS UND SAPHIRA

Es war eine jener Stunden, in denen selbst die Luft zu ruhen scheint. Als hätte sie beschlossen, sich nie mehr zu bewegen, um das Geschehende auf keinen Fall zu stören. So lag in jenem Hause, das den Jüngern als Versammlungsort diente, der eigentümlichste Zustand zwischen Erwartung und Müdigkeit – wie ein Nachmittag, der sich nicht recht entscheiden kann, ob er in den Abend übergehen oder lieber doch einfach stehenbleiben sollte. Die junge Gemeinde, die sich um die Erinnerungen an den...

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